Konjunktur

Uhrenindustrie tickt in der Region im richtigen Takt weiter

Die Uhrmacher haben viel zu tun.Felix Gerber

Die Uhrmacher haben viel zu tun.Felix Gerber

Die Uhrenindustrie hat sich nach der Krise 2009 eindrücklich zurückgemeldet. Zwar gab es im September 2012 einen leichten Dämpfer, die Uhrenhersteller in der Region können mehrheitlich ihre Exporte deutlich steigern.

Die Schweizer Uhrenindustrie hat sich nach der Krise 2009 eindrücklich zurückgemeldet. 2010 und 2011 sind die Exporte um 22 respektive 19 Prozent gestiegen und im vergangenen Jahr erreichten die Ausfuhren mit 19,3 Milliarden Franken einen absoluten Rekordstand.

Zwar gab es im September 2012 einen leichten Dämpfer, aber kumuliert in den ersten neun Monaten resultierte ein Plus von 13,6 Prozent, wie der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie dieser Tage bekannt gab. Der erwartete Rückgang in den asiatischen Wachstumsmärkten folge auf eine Phase von über 30 Monaten stetiger Zunahme und sei deshalb nicht beunruhigend. So würden die Exporte 2012 das letztjährige Rekordergebnis übertreffen.

Guter Geschäftsgang in der Region

Daran partizipieren auch die Uhrenfirmen im Kanton Solothurn, wie eine Umfrage der Solothurner Zeitung zeigt. «Wir erwarten für 2012 Zuwachsraten im internationalen Geschäft von 13 bis 20 Prozent», erklärt Mark Branschi, Geschäftsleiter der Fortis Uhren AG in Grenchen.

Analog zur landesweiten Entwicklung – starkes Wachstum in den ersten neun Monaten, leichtes Minus im September – verläuft das Geschäft der Solothurner Uhrenherstellerin Chrono AG. Insbesondere der Markt Hong-kong leide unter einem Rückgang an Touristen aus China, begründet Co-Chef Markus Ingold das Septemberergebnis. «Es scheint, dass unsere Kunden die Lagerbestände etwas reduzieren.»

Aufgrund des aktuellen Auftragseingangs zeigt sich Ingold aber optimistisch. «Wir rechnen gesamthaft bis Ende Jahr mit einem Wachstum im knapp zweistelligen Bereich.» Wichtigste Märkte für Chrono mit einem Exportanteil von 70 Prozent sind Osteuropa, der Mittlere Osten und Asien. Auch das Schweizer Geschäft laufe dank dem Zustrom an Touristen aus Asien nach wie vor gut.

Eterna investiert in Manufaktur

Geradezu explodiert sind die Verkäufe bei der Grenchner Traditionsfirma Eterna. «Wir haben per Ende September bereits mehr Umsatz erwirtschaftet als im ganzen Jahr 2011», meldet CEO Patrick Kury. Insbesondere der verstärkte Aufbau der Märkte in Hongkong und China habe dazu beigetragen.

So ist nur logisch, dass Eterna 2012 das Vorjahresergebnis deutlich übertreffen wird. Kury bleibt auch für 2013 zuversichtlich. «Wir haben ein Wachstum von zehn Prozent budgetiert.» Der Glaube an die Zukunft zeigt sich auch darin, dass Eterna in den nächsten acht Monaten rund fünf Millionen Franken in die Manufaktur investieren will. «Wir wollen die Produktion nicht auslagern, sondern diese weiter optimieren, um kostengünstiger zu werden», so Kury.

Zwar kann die Grenchner Titoni AG für die ersten neun Monate sowohl umsatz- wie absatzmässig «nur» ein Halten auf Vorjahresniveau melden. Die Nachfragesituation sei aber gut und man habe nur mangels Komponenten, sprich mechanische Uhrwerke, nicht mehr davon profitieren können», erläutert Titoni-Chef Daniel Schluep. Mit rund 190000 verkauften Uhren werde man das bereits hohe Vorjahresniveau aber mindestens erreichen können.

Franken drückt auf Marge

Titoni exportiert 95 Prozent. Die wichtigsten Märkte sind mit 65 Prozent der Gesamtverkäufe China, Hongkong und Taiwan. Die Grenchner sind auch vom starken Franken betroffen. «Der Wechselkurs zwang uns zu Preiserhöhungen, was sich in einigen Märkten negativ auf den Absatz auswirkte», erklärt Schluep. Eine Entspannung erwartet er nicht.

Es wäre wohl illusorisch, in naher Zukunft mit einer wesentlichen Abschwächung des Frankens zu rechnen. Besonders vom ungünstigen Wechselkurs betroffen ist die Fortis AG. Bei einem Exportanteil von 98 Prozent bezeichnet Geschäftsleiter Mark Branschi Deutschland, die USA und Japan als die wichtigsten Absatzmärkte. «Der starke Franken ist ein grosses Problem. Deshalb haben wir die Einführung der Wechselkursuntergrenze sehr begrüsst.» Für Chrono-Chef Markus Ingold wäre eine höhere Untergrenze wünschenswert, «aber nicht zwingend notwendig». Man spüre lediglich beim Privatmarkengeschäft in Europa einen Margendruck.

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