Im Juni 2013 wurde an der Gemeindeversammlung eine Motion eingereicht, mit dem Ziel in Lohn-Ammannsegg eine zweite Turnhalle zu realisieren. Die inzwischen erarbeitete Machbarkeitsstudie zeigt zwei mögliche Standorte für eine Einfach- und einen Standort für eine Doppelhalle auf.

Der Gemeinderat beschloss, die Variante Einfachturnhalle auf dem Schulgelände weiterzuverfolgen. Die Studie rechnet mit einer Bausumme um 3,7 Millionen Franken. Nun beantragte der Gemeinderat einen Projektierungskredit von 195 000 Franken.

Widerstand gegen Eintreten

Schon zum Eintreten meldete Rolf Heiniger Widerstand an. Für ihn ist das Projekt reiner Wunschbedarf. Die Gemeinde könne sich das nicht leisten und gerate in ein finanzielles Fiasko. Dementsprechend beantragte er, nicht auf das Geschäft einzutreten. Unterstützung erhielt er von Toni Röösli.

Dieser befürchtete einen Steuerfuss von 130 Prozent. Zu den Ängsten um den Steuerfuss erklärte Gemeindepräsident Markus Sieber, die Finanzierungs- und Betriebskosten würden den Haushalt der Gemeinde mit gut drei Steuerprozenten belasten.

Bei einem aktuellen Steuerfuss von 104 für natürliche Personen und 84 Prozent für juristische Personen sei dies durchaus verkraftbar. Mit 82 Ja gegen 62 Nein (bei total 153 Stimmberechtigten) beschloss darauf die Versammlung dann doch Eintreten.

Entscheid fällt an der Urne

Als Vertreter der Initianten der Motion zeigte Roger Eichenberger vom Unihockeyclub auf, dass für sie und andere Vereine zu wenig Hallenzeit zur Verfügung steht. Ziel der Motion sei der Bau einer einfachen Halle ohne Luxus, die den verschiedenen Vereinen erlaube, sinnvoll zu trainieren.

In der Detailberatung fragten sich mehrere Votanten, ob der Druck auf die Vereine genügend gross sei, um Trainingszeit abzugeben. Urs Kaiser erinnerte, dass 1976 visionär denkende Einwohner den Bau der Mehrzweckhalle ermöglichten. Er rief auf, heute wieder etwas für die aktiven Jugendlichen zu unternehmen.

Rolf Heiniger verlangte, dass über den Projektierungskredit an der Urne abgestimmt werde. 62 der 153 Versammlungsteilnehmer folgten seinem Antrag. Damit wurde das nötige Quorum erreicht und es kommt zur Urnenabstimmung.

Kündigung Vertrag Sozialregionen

Auf Antrag des Gemeinderats kündigte die Versammlung den Vertrag mit der Sozialregion Biberist-Bucheggberg-Lohn-Ammannsegg mit dem Ziel, bis spätestens Ende 2015 einen neuen Vertrag auszuarbeiten.

Die Versammlung genehmigte diskussionslos einen Kredit für die dringend nötige Sanierung der Wasserleitung an der Friedhofstrasse für 690 000 Franken und einen Projektierungskredit von 300 000 Franken für die Sanierung Schulhausstrasse.

Weiter genehmigte die Gemeindeversammlung die aktualisierte Gemeindeordnung, die Dienst- und Gehaltsordnung mit angepassten Entschädigungen und einer neuen Planungskommission und die neue Schulordnung.

Dank einmaliger Mehrerträge bei den Steuern und einem Landverkauf weist die Gemeinderechnung 2013 einen Ertragsüberschuss von 902 000 Franken auf. Die Gemeindeversammlung beschloss, den Überschuss für die Vorfinanzierung «Sanierung Schulhausstrasse» zu verwenden.

Die Anwesenden ausgebremst

Gemeindepräsident Markus Sieber zeigte sich nach der Versammlung konsterniert. «Das Beantragen einer Urnenabstimmung im Zusammenhang mit einem grossen Baukredit verstehe ich gut.

Hingegen finde ich die Anwendung als politischen Winkelzug nach verlorener Abstimmung über das Eintreten auf einen Projektierungskredit problematisch.» Die Gemeindeversammlung soll, so Sieber, das entscheidkompetente Organ in einer Gemeinde sein.

Wer etwas zu sagen habe, solle antreten und dies dort tun. Den Abwesenden nun eine zusätzliche Plattform zu bieten, ist aus seiner Sicht für einen Projektierungskredit unangebracht.