Jahresrechnung
Überschuss von 2,7 Millionen: Das Steuerwunder von Dornach

Die Gemeinde Dornach weist für das letzte Jahr einen Millionenüberschuss aus. Das überraschende Ergebnis ist sprudelnden Steuereinnahmen und tiefen Investitionen zu verdanken.

Lukas Hausendorf
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Die Dornacher Gemeindeverwaltung. (Archiv)

Die Dornacher Gemeindeverwaltung. (Archiv)

bz Basellandschaftliche Zeitung

In Dornach sprudeln die Steuereinnahmen. Gegenüber dem Budget sind sie 2015 um 22 Prozent von 20,5 auf 25 Millionen Franken gestiegen. Das Steuerwunder hievt Dornach aus den roten Zahlen. Anstelle eines budgetierten Jahresverlusts von 757'000 Franken resultiert nun ein Überschuss von 2,7 Millionen Franken. Das liegt zum Teil an der konservativen Budgetierung, die in den vergangenen Jahren stets etwas unter dem tatsächlichen Ertrag gelegen war, aber nicht dermassen viel wie jetzt.

Dornach ist allerdings nach wie vor ein attraktives Pflaster für Top-Steuerzahler, die auch letztes Jahr zum guten Ergebnis beigetragen haben. Der erhöhte Steuerfuss hat Zuzüger nicht abgeschreckt. Zum anderen lohnt sich die Vorauszahlung der Steuern, was die Höhe des vereinnahmten Substrats ebenso in die Höhe trieb. Nächstes Jahr wird sich das aufgrund der neuen Rechnungslegung ändern, und es werden nur noch die verrechneten Erträge aus der aktuellen Steuerperiode gutgeschrieben. Umgekehrt haben tiefere Ausgaben die Rechnung entlastet.

Die Investitionen lagen nur bei knapp einer Million Franken, der langjährige Durchschnitt wäre aber mehr als doppelt so hoch. Finanzverwalter Gregor Minzer sprach deshalb von einem «Investitionsstau». Weiter konnten 700'000 Franken aus der Sozialregion aufgrund von Differenzen aus den Vorjahren gutgeschrieben und der ordentliche Aufwand um 1,2 Millionen Franken gesenkt werden. Ohne die ausserordentlich hohen zusätzlichen Abschreibungen hätte gar ein Überschuss von 4,9 Millionen Franken resultiert.

Jetzt wird Geld ausgegeben

Das Steuerwunder ist aber nur von kurzer Dauer. «Es ist trügerisch zu meinen, wir hätten fünf Millionen Franken zu viel», sagte Daniel Urech (Freie Wähler). Der von Minzer angesprochene Investitionsstau beginnt sich schon nächstes Jahr zu lösen. Die teure Sanierung der Aepfelseestrasse wird dieses Jahr zu Buche schlagen, weitere Grossprojekte wie der H 18-Anschluss, die S-Bahn-Haltestelle Aepfelsee, Investitionen in die Schulen oder das Reservoir Gobenmatt werden folgen. Auch der Finanzausgleich wird aufgrund der höheren Steuererträge in die Höhe gehen. «Wir haben jetzt eine komfortable Lage, es stehen aber hohe Investitionen an», fasste Gemeindepräsident Christian Schlatter (Freie Wähler) zusammen.

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