Autogewerbe
Übernahme perfekt: Die neue Grossgarage ist startbereit

Auto Central in Zuchwil hat von der Garage Hediger die Marke Ford übernommen und damit auch 25 Angestellte. Damit verhallt der Paukenschlag, welcher der Verkauf der Garage an die Konkurrenz ausgelöst hatte, endgültig.

Andreas Toggweiler
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Martin Plüss, Inhaber der Garage Auto Central in Zuchwil (links) und Oliver Jäggi, Geschäftsführer und verantwortlich für die neu dazu gekommene Marke Ford.

Martin Plüss, Inhaber der Garage Auto Central in Zuchwil (links) und Oliver Jäggi, Geschäftsführer und verantwortlich für die neu dazu gekommene Marke Ford.

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Mechaniker diskutieren über das korrekte Einräumen eines Werkzeugschrankes, die Finanzchefin reinigt die Holztreppe zum ersten Stock des Neubaus. Bei der Garage Auto Central geht zurzeit einiges drunter und drüber. Denn mit dem ersten Arbeitstag des neuen Jahres hat sich die Angestelltenzahl des Autogewerbe-KMU in Zuchwil praktisch verdoppelt.

25 Angestellte der Ford-Garage Hediger sind dazugestossen, darunter auch Geschäftsführer Oliver Jäggi. Sein Team kümmert sich seit gestern vom neuen Standort aus um die Ford-Kunden im Mittelland.

Damit verhallt der Paukenschlag, welche der Verkauf der Garage Hediger an die Konkurrenz von Amag/Careal 2011 ausgelöst hatte, endgültig. «Wir sind bereit, am neuen Ort durchzustarten», sagt Jäggi und zeigt sich dankbar, dass Peugeot-Garagist Martin Plüss sich zur Übernahme der Marke in sein Portfolio entschlossen hat.

Sein Ziel sei es, den überdurchschnittlichen Marktanteil, welchen sich Ford in der Region erarbeitet hatte (8,2 Prozent) zu halten oder gar auszubauen. Mit der aktuellen Fahrzeugpalette mit diversen neuen Modellen seien die Voraussetzungen dafür intakt, meint Jäggi.

«Unverhältnismässige Auflagen»

Noch ist der Showroom für die neue Marke nicht bereit. Aktuelle Ford-Modelle stehen vorerst auf dem Parkplatz aufgereiht. «Das kalte Wetter im Dezember, aber auch aus meiner Sicht unverhältnismässige Auflagen der Behörden haben die Bauzeit verlängert», erklärt Central-Garagist Martin Plüss. So habe man unter anderem verlangt, dass er zusätzliche Toiletten für Kunden einbaue. Und so muss man für die ersten Wochen des Jahres noch da und dort räumlich improvisieren. Der Ausstellungsraum soll in etwa zwei Wochen bezugsbereit sein.

Vor einem Jahr hatte Peugeot-Garagist Plüss sich entschlossen, den Betrieb in Zuchwil mit der Marke Ford zu ergänzen und entsprechend zu vergrössern. «Es war ein intensives Jahr und vieles war zu Beginn noch unklar», blickt Plüss zurück, der vor 17 Jahren von seinem Stammhaus in Aarburg ins Solothurnische expandiert hatte. Für den neusten Ausbau in Zuchwil hat er jetzt rund 2,5 Mio. Fr. investiert.

Lokalhändler ziehen mit

Eine wichtige Frage wurde zu Plüss' Zufriedenheit beantwortet: «Wir konnten alle bisherigen 12 Ford-Lokalhändler bei uns unter Vertrag nehmen», erklärt er nicht ohne Stolz. Dass man die bewährten Kader der Garage Hediger übernehmen konnte, sei «sicher ein wichtiger Grund, dass uns die Lokalhändler von Welschenrohr bis Langnau im Emmental die Treue gehalten haben.»

Weniger Autos

Der Autogewerbeverband prognostiziert für die Autoverkäufe in diesem Jahr einen Rückgang um 10 Prozent. «Das scheint mir zu pessimistisch», erklärt Martin Plüss, Inhaber der Peugeot Garage Auto Central in Zuchwil, welche mit der Übernahme der Marke Ford hinter Amag zur zweitgrössten Garage in der Region wird. Zwar rechne er auch mit leicht weniger Verkäufen als 2012, doch ein Einbruch sei aufgrund der Wirtschaftslage in der Schweiz nicht zu befürchten. Per November verzeichnete Ford schweizweit einen Marktanteil von 5,6 % (+1,7 %), Peugeot von 3,9% (-16,5%). (at.)

Für diese Garagisten werden die Neuwagen bereitgestellt und das ganze Ersatzteillager mit 6000 Positionen geführt. Dieses wurde in der Altjahreswoche komplett gezügelt, wie auch der ganze Betrieb mit Ausnahme der Ausstellungsfahrzeuge im alten Showroom.

Strategisch dürfte sich die Portfolio-Erweiterung für Plüss durchaus rechnen, verzeichnen doch französische Autos aufgrund der angespannten Wirtschaftslage in Frankreich einen Durchhänger (vgl. Kasten).

Im vergangenen September konnte übrigens auch die zweite Marke des ehemaligen «Hediger-Imperiums» einen neuen Vertriebspartner vorstellen. Die Fahrzeuge der japanischen Marke Mazda werden jetzt von der Bellacher Garage Galliker verkauft. Der Stützpunkt betreut seinerseits zwei Mazda-Garagen im Bernbiet. Zwei Hediger-Mitarbeiter wechselten damals den Arbeitgeber.

Laut Markus Stuber, Geschäftsführer von Amag Solothurn, ist somit für alle ehemaligen Hediger-Mitarbeitende eine Lösung gefunden worden. «Wir konnten unsere Versprechen halten, niemand auf die Strasse zu stellen.»

Das Hediger-Areal soll im Laufe des Jahres umgebaut werden und der neue Standort für die Amag-Marken Volkswagen und Skoda werden. Der Standort an der Baselstrasse in Solothurn wird danach geräumt.