Biezwil
Über die Verlegung der Schulhausquelle herrschten geteilte Meinungen

An der Gemeindeversammlung in Biezwil gab es eine «Chropfleerete» zu mehreren Themen. Eines davon war die Verlegung der Schulhausquelle. Naheliegende Gebäude könnten zu einer Verschmutzung des Wassers führen, glaubt Vizegemeindepräsident Ritz.

Gundi Klemm
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Im diesem Gebiet entspringt in Biezwil die Schulhausquelle. zvg

Im diesem Gebiet entspringt in Biezwil die Schulhausquelle. zvg

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Problemlos passierte das Budget an der Biezwiler Gemeindeversammlung, weil sich weder bei Gebühren noch Steuerfuss Änderungen ergaben. Bei den Informationen zur laufenden Revision der Ortsplanung, bei der Verlegung der Wasserquelle und bei der angedachten Bebauung eines Grundstücks im Sunnerain überschlugen sich dann aber die Voten.

Vizegemeindepräsident Thomas Ritz machte nochmals klar, warum die für Biezwil wichtige Schulhausquelle verlegt werden muss. Vor zwei Jahren bereits wurde der Kredit von 375 000 Franken genehmigt, doch aus mehrerlei Gründen konnte der Bau noch nicht begonnen werden. «Wir müssen die Quellfassung verlegen, weil in ihrer wichtigen Schutzzone 1 Gebäude stehen, die Anlass zu einer Verschmutzung im Wassereinzugsbereich geben könnten», begründete Ritz das Vorhaben, das durch Gesetze von Bund und Kanton nötig wird. «Wir hatten hier in Biezwil immer sauberes Wasser», hiess es aus der Mitte der 39-köpfigen Versammlung und dass man hier «öppis zwänge», wo gar nichts nötig sei.

Erst 2015 soll der Steuerfuss steigen

Finanzverwalter Adrian Marolf stellte den Voranschlag 2014 vor. Der Aufwand liegt bei 1,4 Mio. und führt zu einem Defizit in der laufenden Rechnung von 109 000 Franken. Die Aufwandüberschüsse von 2013 und 2014 mindern das Eigenkapital auf 221 000 Franken. Erwartet werden bei unveränderter Steueranlage von 120 Prozent 830 000 Franken an Gemeindesteuern. Laut Finanzplan müsste 2015 der Steuerfuss auf 125 Prozent angehoben werden. (gku)

Abgesehen davon, dass die Gesetzgebung dies klipp und klar vorschreibe, bleibe die Frage nach der Haftung, bemühte sich Gemeindepräsidentin Rita Mosimann um Verständnis in der Aussprache. Risiken wie Fäkalien oder Öleintrag könnten immer zu Verkeimung und Verschmutzung im Wasser führen. Und verantwortlich wäre dann die Gemeinde. Die Nutzung der Quelle an diesem Standort würde heutzutage nicht mehr genehmigt. «Die Ausschreibung an vier eingeladene Bauunternehmungen läuft, denn wir wollen möglichst im kommenden Frühling beginnen», erläuterte Ritz das weitere Vorgehen.

Revision der Ortsplanung

Gemeinderätin Marlies Tüscher berichtete, dass nun das «gesamte Paket» mit allen zur Ortsplanung nötigen Beilagen und Reglementen nur 15 Monate nach dem Projektstart zur Vorprüfung beim Kanton eingereicht sei. «Wir behalten darin das Anrecht zu Landeinzonungen», so Tüscher. Die Bevölkerung werde mit der öffentlichen Auflage zur Mitwirkung eingeladen. Wie sich denn die geplante Landschaftsschutzzone auswirke, wollte ein Vertreter der Landwirtschaft wissen, der sich zu wenig informiert fühlte.

Tüscher konnte indes konkret belegen, wann welche Orientierungen kommuniziert worden seien. «Weiterhin sind Wetterunterstände und Zäune erlaubt», beruhigte sie. Bezüglich Ortsplanung interessierte der Umgang mit dem nach Regen anschwellenden Dorfbach und mit dem Schulhausplatz. Ideen seien vorhanden, aber eine Lösung müsse reifen, unterstrich die Gemeinderätin auch mit Blick auf realistische Massnahmen zur Verkehrsberuhigung. Da offenbar die Einsehbarkeit an kritischen Einmündungen mit Rechtsvortritt wegen dortiger hoher Hecken nicht überall gewährleistet sei, beauftragte die Gemeindeversammlung den Rat, «hier durchzugreifen».

Der letzte Bauplatz

Im Baurecht will die Gemeinde ein Gelände am Sunnerain vergeben. Doch die Zufahrt von Baumaschinen über eine schmale Privatstrasse wird als sehr problematisch betrachtet. Der an der Versammlung teilnehmende Eigentümer erwartete von der Gemeinde eine Bestätigung, dass sie für Bauschäden aufkomme. Marlies Tüscher glättete die hitzige Aussprache, indem sie zusicherte, andere Möglichkeiten zur Erschliessung des Bauplatzes zu suchen. Zur «Chropfleerete» gehörten noch weitere Themen wie der «überrissene» Lohn für die Präsidentin des Schulverbandes und die Kostenfolge für die neu nötige Fahrtbegleitung der Kindergartenkinder.

Einen für alle versöhnlichen Abschluss setzte die Gemeindepräsidentin mit ihrem Dank an alle Einwohnerinnen und Einwohner, die sich für die Gemeinde engagieren. «Nur so können wir selbstständig bleiben.» Dann zeigte sie den Anwesenden die Biezwiler Fahne, die sie für die kantonale Olma-Delegation gestiftet hatte.