Zuchwil
Turbinenhalle der Kebag wird teurer als geplant

Derzeit entsteht bei der Kebag eine neue Turbinenhalle für die Stromproduktion. Nach der Schliessung der Papieri Biberist verzögert sich das Projekt allerdings um einige Monate, und der Bau wird teurer als geplant.

melanie riedi
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Markus Juchli, Direktor der Kebag vor der neuen Turbinenhalle.

Markus Juchli, Direktor der Kebag vor der neuen Turbinenhalle.

Hanspeter Bärtschi

Bald verwertet die Kebag die Energie aus der Abfallverbrennung zu 100 Prozent: Bei der Kehrichtbeseitigungs-AG in Zuchwil wird derzeit eine neue Turbinenhalle gebaut. Kommenden November wird sie in Betrieb genommen. «Die Halle kostet 36,6 Millionen anstatt der ursprünglich kalkulierten 21,9 Millionen Franken», sagt Kebag-Direktor Markus Juchli.

Dies, weil sowohl die Turbine als auch die Halle viel grösser als geplant werden. Sie erstreckt sich über 480 Quadratmeter und ragt 20 Meter in die Höhe. Die neue Hochdruckdampf-Kondensationsturbine hat eine Leistung von 21,6 Megawatt. Insgesamt 85 Tonnen Dampf können pro Stunde als Fernwärme abgezweigt werden.

Planänderung war nötig

Noch vergangenes Jahr wollte die Kebag durch die neu geplante Turbine insbesondere auch die Sappi mit Dampf beliefern. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch nach der Schliessung der ehemaligen Biberister Papierfabrik. So ging der Kebag nach der Schliessung der Borregaard letztes Jahr auch noch die Sappi als wichtigster Kunde verloren. Dies führte dazu, dass die Kebag den Turbinenneubau gründlich überarbeiten musste. Denn mit einem Grosskunden weniger war das damals aktuelle Konzept nicht mehr umzusetzen.

«Zurzeit werden durch die bereits bestehende Turbine hauptsächlich Haushalte in Derendingen mit der Kebag-Fernwärme beliefert», fügt er hinzu. Das Projekt «Fernwärme Derendingen» ist auch der Grund dafür, weshalb die bestehende Dampfleitung, die über den Emmekanal führt, nicht entfernt wird. Die andere Leitung hingegen, welche die Kebag mit der Borregaard verbindet und momentan nicht genutzt werden kann, wird abgebaut.

Über vier Millionen Liter Heizöl gespart

Um die durch die Abfallverbrennung vor Ort entstehende Energie nicht einfach ungenutzt verpuffen zu lassen, existieren sogenannte Fernwärmelieferverträge zwischen der Kebag und den zwei Solothurner Energielieferanten Regio Energie und AEK. «Wir haben nicht vor, in naher Zukunft Grossfirmen als Dampf-Abnehmer für unser Projekt zu gewinnen. Denn dies hätte wiederum eine Umplanung des aktuellen Projekts zur Folge», so Juchli. Dank den Fernwärmelieferverträgen wird der Industrie, den öffentlichen Gebäuden sowie den Wohnbauten durch ein System von Heisswasserleitungen Fernwärme aus der Kebag geliefert. Auf diese Weise konnten 2011 erfreulicherweise über vier Millionen Liter Heizöl gespart werden.

Die Zuchwiler Kehrichtbeseitigungs-AG versorgt sich demzufolge eigenständig mit Strom, welcher aus der Abfallverbrennung vor Ort erzeugt wird. Ebenso werden die ARA (Abwasserreinigungsanlage) sowie die ZASE (Zweckverband der Abwasserregion Solothurn-Emme) mit Strom aus der Kebag beliefert.

«Der Kebag ist es nur durch die Einnahmen der Fernwärmelieferungen und der Stromproduktion möglich, die Gebühren für die Abfallsäcke tief zu halten», sagt Direktor Markus Juchli.

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