Die Situation ist etwas speziell. Vor vier Jahren kandidierte Marcel Zuber auf der Liste der Parteilosen, wurde gewählt und ist heute Vizegemeindepräsident. Ende April wird aber in Obergerlafingen offiziell eine SVP-Ortspartei gegründet und so tritt die Partei zwar zum ersten Mal zu den Wahlen an – hat aber bereits einen Sitz. «Ich habe vor vier Jahren schon gesagt, dass ich eigentlich der SVP angehöre», erklärt Zuber. Die Partei habe in Obergerlafingen Potenzial, das habe sich bei den Kantonsratswahlen gezeigt. «Wir würden gerne zwei Sitze holen», meint er darum. «Grundsätzlich sind wir aber auch mit einem Mandat zufrieden.» Die SVP bemühe sich den Kontakt mit der Bevölkerung zu suchen und führe auch als einzige Partei einen Anlass durch, bei dem man sich im Gespräch locker näher kommen könne. «Wir wollen aktiv mitarbeiten, dass die Gemeinde selbstständig bleiben kann.» Obergerlafingen solle seinen guten Steuersatz und die heutigen Gebühren behalten könne. Persönlich sei es ihm ein Anliegen, dass die Angebote für Familien verbessert würden. «So fehlte beispielsweise ein Spielplatz.» Aber auch ein Dorfladen sollte wieder angesiedelt werden. «Die Gemeinde soll kein Schlafdorf werden.»

Wieder zwei Sitze holen

Die Parteilosen (PL) möchten die beiden Sitze, die sie vor vier Jahren holten, auch behalten. Obwohl der eine davon in der Zwischenzeit ja eben an die SVP ging. «Es ist schwierig vorauszusagen, wie sich die Sitzverteilung entwickelt», meint Julian Portmann (PL). Die FDP habe ihren dritten Sitz vor vier Jahren dank eines Restmandates bekommen. Auch die PL ist bestrebt, dass der attraktive Steuersatz der Gemeinde gehalten wird. Ebenfalls ein Anliegen sei es, wieder einen Dorfladen zu haben. «Die gemeinsame Schule mit Recherswil funktioniert in der Zwischenzeit gut. Das soll so bleiben.» Zudem sei es wichtig, dass auch für die Jugendlichen attraktive Angebote da sind. «Tatsächlich ist es auch nicht so, dass in Obergerlafingen Parteipolitik betrieben wird. Wir arbeiten alle gemeinsam für unser Dorf.»

Die SP präsentiert eine Zweierliste, beide Bisherigen treten zurück. «Wir haben zwei gute Kandidaten», sagt Präsident Peter Bärtschi, «und wir möchten unsere zwei Sitze verteidigen.» Dass die SVP neu antritt, sei für die SP weniger ein Problem, als für die PL und die FDP. «Unsere Gemeinde steht gut da, die Arbeit im Gemeinderat funktioniert», erklärt Bärtschi, der ebenfalls betont, dass es kaum parteipolitische Entscheide gebe. Für die SP ist die Schule und der künftig benötigte Schulraum ein zentrales Thema. Aber auch alternativen Energien solle weiterhin gefördert werden.

Restmandat verteidigen

Bleibt die momentan grösste Partei im Rat, die FDP mit drei Sitzen. «Wir möchten kontinuierlich weiter arbeiten», meint Gemeinde- und Parteipräsident Beat Muralt. Er bestätigt, dass der dritte Sitz bei den letzten Wahlen dank eines Restmandates an die FDP ging. «Trotzdem möchten wir die drei Sitze halten.» Obergerlafingen soll, so Muralt, attraktiv bleiben, dies auch dank schlanker Strukturen. «Allfällige weitere Zusammenarbeiten mit anderen Gemeinden im Wasseramt können wir uns vorstellen.»