Emmental/Bellach
Totes Baby im Fluss: Verfahren gegen Mutter wurde eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau hat das Verfahren gegen die Mutter eines Babys, das im Juli 2011 in Bellach tot aufgefunden worden war, eingestellt. Der Säugling soll bereits tot zur Welt gekommen sein.

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 Auf der SV Kompostieranlage an der Gländstrasse in Bellach wurde der grausige Fund gemacht
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 Schwemmholz, das vom Flusskraftwerk in Flumenthal angeliefert wurde
Baby wird in Bellacher Kompostieranlage gefunden
 Auf der Kompostieranlage wird das Schwemmholz sortiert
 Kompostwart Stefan Affolter hat das tote Neugeborene entdeckt
 Hier wird das angelieferte Schwemmholz sortiert

Auf der SV Kompostieranlage an der Gländstrasse in Bellach wurde der grausige Fund gemacht

Solothurner Zeitung

Es war ein grausiger Fund, den Kompostwart Stefan Affolter am 1. Juli 2011 machte. Im angelieferten Schwemmholz entdeckte er einen toten Säugling. Wie später bekannt wurde, war der tote Knabe im Rechen des Kraftwerks in Flumenthal angeschwemmt worden.

Anfangs fehlte jede Spur von der Mutter. Am 9. Juli 2011 konnte sie jedoch aufgrund von Hinweisen im Raum Emmental-Oberaargau ausfindig gemacht werden. Unter der Leitung des Dezernats Leib und Leben der Kantonspolizei Bern und der Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau wurde umfassend ermittelt.

Falsche Aussagen

Das Verfahren gegen die 20-jährige Schweizerin aus Eggiwil wurde im Dezember 2012 eingestellt, wie die Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau und die Kantonspolizei Bern am Dienstag mitteilen. Wie Ermittlungen ergeben haben, hatte die Frau das Kind in ihrem Zuhause auf die Welt gebracht und es danach der Emme übergeben. Der Säugling war zu diesem Zeitpunkt bereits tot.

Trotz aufwendiger rechtsmedizinischer Untersuchungen hätten der Mutter keine strafbaren Handlungen nachgewiesen werden können, heisst es weiter. Dennoch muss die Frau die gesamten Verfahrenskosten übernehmen. Dies, weil die 20-Jährige das Kind dem Fluss übergeben und so die Strafuntersuchung ausgelöst hatte. Auch hätte sie die Ermittlungen durch falsche Aussagen verzögert. Der Entscheid ist rechtskräftig. (ldu)