Wie bereits bei seiner ersten Ausstellung im Schlösschen Vorder-Bleichenberg 2009 lässt Thomas Grogg auch jetzt wieder die Betrachter in melancholisch stimmende Impressionen eintauchen, die in ihrer Wandelbarkeit ein unerschöpfliches malerisches Thema bieten. Reine, dicht reduzierte Stimmungen sind es, elementar in den atmosphärischen Momenten einer eher nordisch wirkenden, gleichzeitig zeitlosen Natur.

Malerisch reduzierte Momente, die karge Bergwelten, romantisch-düstere Stimmungen an Meeresgefilden, einsam ruhende Seen, ahnungsvolle Moore, landschaftliche Weiten assoziieren. Meist unter verhangenen oder dräuenden Himmeln, stets im Spannungsfeld von Wetter und Licht, zeichenhafter Horizonte und malerischer Tiefe, von Atmosphäre und raffiniertem Farbenspiel.

Stimmungen, die wie Erinnerungen wirken, die wie Teil eines grenzenlosen Ganzen Einblicke, Ausblicke auf eine Unendlichkeit dahinter andeuten. Kein blauer Himmel bricht diese Zeitlosigkeit auf, keine harten Kontraste betonen eine reale Welt. Menschen finden sich nicht, die Natur ist ausser Zeit und Raum; sie ist Ausdruck intensiver malerischer Intention.

In seinen neuen Arbeiten vereint Thomas Grogg wiederum die inneren und äusseren Spannungen der Natur und seiner Malerei zu einer nun kontemplativen Reduktion. Es ist dabei eine gewisse Distanz zum Bild, die in aller abstrahierender Dramaturgie eine beinah greifbare, naturnahe Geschichte erzählt; die Nähe dann offenbart die ausgefeilte Choreografie der malerischen und formalen Feinheiten.

Der 1947 in Solothurn geborene, studierte Zahnarzt aus Herrenschwanden – er kann auf zahlreiche künstlerische Aus- und Weiterbildungen zurückblicken – , malt seine Bilder «aus dem Gefühl» heraus. Auf dem Boden kniend, mit den Händen, die wandelbaren Bildgeschehen im Mit- und Gegeneinander der Öl- und Acrylfarben, mit Auftragen und Wegnehmen dirigierend, setzt er auf die subtile Wirkung einer dezenten, erdigen und atmosphärisch nuancierten Farbigkeit, zurückhaltender Akzente und einer in sich ruhenden gestalterischen Gestik. So finden sich durchmischende Farben und Farbschichten, Pastöses und Lasierendes, Risse und Schründe, die an alte Werke denken lassen. Lichtes und Bedecktes, ihre Balance in kontemplativen, sich immer neu gestaltenden Landschaftsabstraktionen aus Fläche, horizontaler Bewegung und diskreten vertikalen Zeichen.

Begleitet werden diese malerischen Stimmungen von einigen Figurationen, mehr figürliche und porträthafte Topografien in ebenfalls gedeckten Farben und reduziertem Ausdruck.

Bis 9. November. Geöffnet: Mi/Do/Fr, 16–19 Uhr; Sa/So, 14–18 Uhr. Der Künstler ist an der Finissage, jeweils am Freitag und nach Anmeldung anwesend.

Jazz-Matinee, Sonntag, 2.11., 11 Uhr.