Zuchwil

Theater Mausefalle: Umzug nach Zuchwil erweist sich als Erfolg

Zwei Jahre nach dem Umzug nach Zuchwil zieht man beim Theater Mausefalle Bilanz: Der Umzug wird als voller Erfolg angesehen. Die Räumlichkeiten seien perfekt. Weiter falle auf, dass immer mehr Junge das Theater besuchen.

«Wäge däm gaht doch d'Wält nöd under» hiess das aus bekannten Kabarett-Nummern bestehende Eröffnungsprogramm, mit dem am 21. Januar 2012, also genau heute vor zwei Jahren, der neue Standort des Theaters Mausefalle in der ehemaligen Kantine der Firma Sulzer eingeweiht wurde.

Darunter waren auch Texte des Cabarets Rotstift. Heinz Lüthi, Mitglied dieses Cabarets war von der Darbietung dermassen angetan, dass er am kommenden 1. Februar zum zweiten Mal als Gast in der Mausefalle auftritt.

Perfekte Sicht auf die Bühne

Nach Einmietungen an der Grenchner- und der Bielstrasse scheint das Theater Mausefalle nun einen optimalen Standort gefunden zu haben. Die Bilanz nach zwei Jahren ist jedenfalls eine höchst positive.

Bei der Übernahme der Räumlichkeiten hatten die Verantwortlichen des Vereins Mausefalle freie Hand bei der Gestaltung der Raumpläne hinsichtlich Abläufe und Bedürfnisse eines Theaterbetriebes.

«Durch die Raumhöhe sieht man von jedem einzelnen Platz aus perfekt auf die Bühne, man hat deutlich mehr Beinfreiheit, und wir verfügen über mehr sanitäre Anlagen. Zudem ist das Theater für mobilitätsbehinderte Personen frei zugänglich», so Remo Streit, der Präsident des Vereins.

Am neuen Standort wurde auch die Anzahl Sitzplätze von 70 auf 100 erhöht. Das hat sich bewährt, denn die Sitzauslastung liegt bei rund 90 Prozent. Remo Streit: «Interessant ist im Uebrigen, dass zunehmend jüngere Menschen das Theater besuchen.

Es ist uns offenbar gelungen aufzuzeigen, dass Theater kein verstaubtes Kulturüberbleibsel von früher ist.» Das mag auch daran liegen, dass dank einer cleveren Gestaltung von Bühnenbildern der Spielplan entsprechend gestaltet werden kann.

So könnte das Bühnenbild auch zwei Stockwerke aufzeigen. Aus finanziellen, aber auch ökonomischen Gründen wurden die Bühnenbilder standartisiert. Zudem ist geplant, die Beleuchtung auf LED-Scheinwerfer-Technologie umzustellen.

Jugendarbeit wird grossgeschrieben

Zwei kostenlos angebotene Theaterkurse beleben das Theater zusätzlich. Ein Starterkurs richtet sich an Zehn- bis Vierzehnjährige und ein Jugendkurs für Interessierte ab vierzehn Jahren. Der erste Kurs ist voll belegt, während es im zweiten noch freie Plätze hätte.

Dabei gelten junge Männer als Mangelware, sind doch 90 Prozent der Teilnehmenden Mädchen oder junge Frauen. Dass die Kurse kostenlos sind, geht auf die Philosophie des Theatergründers Rudolf Fischer zurück, wonach jeder, der Freude am Theaterspielen hat, eine Möglichkeit dazu bekommen soll.

Präsident Remo Streit: «Fast alle unsere Mitglieder haben damals auch einen solchen Kurs besucht und wissen heute, mit ein paar Jahren Distanz, sehr zu schätzen, was wir dort gelernt haben: Auftritts- und Selbstkompetenz, ein gutes Bühnendeutsch und Talent zum Improvisieren.»

Man spricht Hochdeutsch

Bekanntlich sind die Mitwirkenden des Teatro Mobile durchwegs Laien, pflegen aber das hochdeutsche Theaterspiel im Gegensatz zu den anderen Laienbühnen in der Region, die Mundart spielen.

Obwohl das Theater für die Eigenproduktionen errichtet worden ist - die Vereinsmitglieder leisteten fast 4000 ehrenamtliche Stunden beim Umbau - finden ab und zu auch Gastspiele statt. So spielt denn der Royal Arts Club jedes Jahr ein Mundart-Stück in der Mausefalle und Auftritte von Musikclowns und Zauberern werden gerne gesehen.

Auf einen Wunsch angesprochen, antwortet Remo Streit: «Nach wie vor wären wir aber interessiert an einem Sponsor, der uns hilft, unser Engagement in der Kulturlandschaft Solothurn und insbesondere auch in der Jugendförderung weiter zu betreiben, zu festigen und laufend zu verbessern.»

Von Klassik bis Boulevard

«Alle Kunst ist der Freude gewidmet und es gibt keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken», sagte schon Friedrich Schiller und das Ensemble des Teatro Mobile setzt dieses Zitat in seinem Stammhaus, dem Theater Mausefalle, in die Tat um.

Die Schauspielerinnen und Schauspieler beteiligen sich aktiv an der Programmgestaltung. So liegen dem Vernehmen nach Eingaben für mögliche Realisierungen von Theaterstücken bis 2016 vor.

Das führt dazu, dass die ganze Bandbreite dramatischer Werke ausgeschöpft wird, also vom unterhaltsamen Boulevard bis zur anspruchsvollen Klassik. Die Werktreue ist dabei ein wichtiger Faktor.

Klassische Dramen werden in der Regel nicht modernisiert und dem flüchtigen aktuellen Zeitgeist angepasst. Ausnahmen wie die gelungene moderne Adaption von «Kabale und Liebe» sind indessen durchaus möglich.

Ein Nebeneffekt ist, dass die Beschäftigung mit Theaterliteratur gelegentlich zu Eigenproduktionen führt, wie dies mit Komödien von Rudolf Fischer und Remo Streit/Christoph Stapfer der Fall gewesen ist. Auch die von Marie-Jeanne Traut verantworteten Märchenfassungen - ausnahmsweise in Mundart - weisen kreatives Potenzial auf.

Dass sowohl Shakespeares «Kaufmann von Venedig» (in Renaissance-Kostümen!) als auch die aktuell laufende Komödie «Wie wär's denn, Mrs. Markham» die Ansprüche eines durchaus kritischen Publikums erfüllen kann, ist bezeichnend für den Enthusiasmus, den diese Theatermacher beflügelt.

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