Derendingen
Terminplan für das Zentrumsprojekt verzögert sich

Das Zentrumsprojekt in Derendingen ist noch nicht so weit gediehen, wie es eigentlich geplant war. Deshalb wurde eine vorgesehene Informationsveranstaltung kurzfristig abgesagt.

Urs Byland
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Geplanter Anbau an Mehrzweckhalle mit Aula (rechts) und Einfahrt (links im Anbau) in Parkgarage.

Geplanter Anbau an Mehrzweckhalle mit Aula (rechts) und Einfahrt (links im Anbau) in Parkgarage.

Urs Byland

Das Zentrumsprojekt geht in eine Verschnaufpause. Die Gemeinde hat die Informationsveranstaltung von heute Mittwoch abgesagt. Grund: «Es hat sich herausgestellt, dass für die Ausarbeitung des Projektes aus planerischer und finanzieller Sicht mehr Zeit benötigt wird», so der Text auf der Internetseite der Gemeinde. Eine genaue Planung schadet in einem Projekt dieser Grösse nie, aber welches sind die wirklichen Gründe für die Verzögerung?

«Wir haben noch keine genaue Kostenwahrheit», beschreibt Bauverwalter Roger Spichiger die Problematik. Anstelle einer möglichen Abweichung von plus oder minus 5 Prozent sei man aktuell bei plus oder minus 20 Prozent. Ein Grund für diese Ungenauigkeiten bei den Finanzen hat sich durch das Treffen mit den Vereinen vor einigen Wochen ergeben. «Da wurden einige Begehrlichkeiten und Wünsche geäussert, die erst noch im Projekt verarbeitet werden müssen.»

Es hätte deswegen an der Infoveranstaltung zu Fragen kommen können, «die wir gar nicht beantworten könnten». So sei am Treffen beispielsweise über die Ausstattung der Küche gesprochen worden. Können die Vereine selber kochen, war eine Frage. Korrespondiert die Bühnenausstattung in der Dreifachturnhalle mit den Bedürfnissen der Vereine?

«Von den Vereinen ist viel gekommen», so das Fazit von Spichiger. Das könnte das Projekt verteuern. «Am Ende wird die Finanzkommission das Kostendach vorgeben.» Er jedenfalls habe im Moment ein Projekt, das allen diene, also alle Begehrlichkeiten und Wünsche beinhaltet, auf dem Tisch. «Das ist aber nicht mehrheitsfähig.» Gemeindepräsident Kuno Tschumi ergänzt, dass die alten Gebäude von vielen Vereinen genutzt werden. «Diese sind nun in grosser Zahl aufmarschiert und wollten wissen, ob sie auch die neuen Bauten ähnlich nutzen können.»

Hohe oder weniger hohe Kosten

Als Hauptgrund für die Verzögerung nennt Tschumi aber den sportlichen Terminplan, den man sich gab. «Wir wollten den Vorschlag für die neue Mehrzweckhalle an die kommende Gemeindeversammlung bringen, weil wir Subventionen vom Kanton hätten abholen können.» Die Fachleute hätten wohl abgeraten, es sei zu kurzfristig. «Wir versuchten es trotzdem.» Das Unterfangen gelang nicht.

«Der Wettbewerb hat die Funktionalität der geplanten Bauten aufgezeigt, aber wenig zur finanziellen Umsetzung gesagt», so Tschumi. So sei beispielsweise die Höhe der Halle, das heisst, wie tief ins Grundwasser gebaut werden kann, unklar. «Je nachdem käme die Halle bis zu 1,5 Mio. Franken teurer zu stehen.»

Im August wurde der Sieger des Zentrumswettbewerbs mitgeteilt. Schätzungen anlässlich eines Orientierungsabendes für das in Etappen ausführbare Dorfzentrum sprachen von 20 und 30 Mio. Franken Kosten. Der Spatenstich für den Hauptbau, bestehend aus Dreifachturnhalle mit Bühnenanbau und angegliederten Klassentrakten sowie einem Verwaltungstrakt für Gemeinde und Polizei, hätte Anfang 2015 erfolgen sollen. Das ist nun korrigiert worden. Spichiger will dem Souverän in einem halben Jahr das Projekt vorlegen. Tschumi ist vorsichtiger. Er rechnet mit bis zu einem Jahr Verzögerung.