Am nationalen Clean-Up-Day sammeln Gemeinden, Schulklassen, Vereine und Unternehmen herumliegenden Abfall ein und leisten damit einen aktiven Beitrag für die Lebensqualität. Aus diesem Grund nahmen sich die Schülerinnen und Schüler von Bettlach vor, selbst mit anzupacken, um gemeinsam ein Zeichen gegen Littering zu setzen. «Das Ziel ist es, die Schüler darauf aufmerksam zu machen, dass Littering ein grosses Problem darstellt», sagt Schulleiter Didi Schoch.

Die Bettlacher ziehen ihren Clean-Up-Day jedoch schon einen Tag vor, und zwar aus klaren Gründen. «Die Mehrheit der Lehrer war der Meinung, dass es besser ist, die Aktion an einem Schultag durchzuziehen, da so die Motivation der Schüler grösser ist», sagt Schoch.»

Fast 500 Beteiligte

Vom Kindergarten bis zur neunten Klasse waren alle rund 450 Schüler beteiligt, inklusive der über 40 Lehrpersonen. «Zuerst war es nur als Projekt der neunten Klasse geplant, aber nach einer Diskussion in der Lehrerschaft wurde beschlossen, dass wir ein gesamtschulisches Projekt daraus machen», sagt André Siegenthaler, einer der Projektleiter. Auf die Frage, welche Art von Müll sich am meisten angesammelt hätte, war die Antwort schnell klar: «Am meisten fanden wir Zigarettenstummel, gefolgt von Alu Dosen und PET-Flaschen», sagt eine Gruppe von Schülern. Dabei wurde der Abfall nicht einfach nur eingesammelt, sondern auch gleich umweltgerecht getrennt.

Die Aktion wurde von den Schülern durchaus positiv aufgenommen. «So sieht jeder Schüler, wie es aussehen würde, wenn jeder seinen Abfall richtig entsorgen würde», sagte eine Schülerin. Aber nicht nur das Sammeln des Abfalls war Teil des Projekts. So informierte beispielsweise eine Gruppe Schülerinnen an einem Infostand ihre Mitschüler über die Auswirkungen des Litterings und wie man effizient recycelt. Auf diese Weise bekommen sie einen fundierten Einblick in die Themen Littering und Umweltschutz. «Man überlegt es sich jetzt schon zweimal, ob man die Red-Bull-Dose einfach auf den Boden wirft oder lieber ein paar Meter weiter zum nächsten Abfalleimer läuft», sagt ein weiterer Schüler.

«Eine einzige Müllhalde»

Obwohl die Verschmutzung in Bettlach nicht sonderlich hoch ist, gibt es doch einige Stellen, wo sich besonders viel Müll angesammelt hat. «Zeitweise ist das Areal um das Schützenhaus eine einzige Müllhalde», sagt Thomas Buser, Lehrer und Mitglied der Planungs- und Umweltkommission. «Aber auch in der Nähe des Coop und selbst bei den Parkplätzen des Schulhauses hat sich einiges angesammelt.»

Am schlimmsten sieht die Situation jedoch in der Aare beim Bettlacher Rank aus. In einem Radius von nur 20 Metern wurden unzählige Gegenstände aus dem Wasser gefischt. Darunter befanden sich unter anderem Kurioses wie, mehrere Reifen, eine Parkverbotstafel und ein halbes Töffli.

Der aber wohl mit Abstand spektakulärste Aarefund dürfte ein altes 40 bis 50 cm grosses Artilleriegeschoss gewesen sein. Zur Entschärfung musste der Kampfmitteldienst der Armee aufgeboten werden.

Insgesamt sei die Aktion ein voller Erfolg geworden und ganz im Sinne der Projektleiter verlaufen. Denn die Schüler scheinen an diesem Tag eine regelrechte Abneigung gegen das Littering entwickelt zu haben. « Ich habe mich mit einer 8. Klasse in den Wald begeben und die Frustration, dass alle drei Meter am Waldrand wieder eine Bierdose lag, war enorm», so Buser.