Felix Heri, wie kamen Sie zur Musik?

Felix Heri: Durch meinen Vater, der ebenfalls Musiker ist. Ich lernte schon früh Klarinette und belegte an einem Schweizer Jugendmusikwettbewerb den ersten Platz. Da wurde mir klar, dass nicht die Informatik, sondern die Musik künftig mein Leben bestimmen würde.

Aber einen viertägigen Musik-Event zu organisieren, wie Sie das mit dem Takto nun zum zweiten Mal durchführen, ist nicht unweigerlich das, was ein Musiker in Angriff nimmt.

Ja, das stimmt. Aber dadurch, dass ich selbst immer wieder aufgetreten bin, habe ich auch viel Erfahrung sammeln können. Ich habe erkennen können, was einen erfolgreichen Auftritt ausmacht und was nicht. Und ich habe gemerkt, dass mir das Organisieren liegt und Spass macht. Deshalb auch meine zusätzliche Ausbildung im Kulturmanagement an der Uni Basel.

Wieso kamen Sie denn auf die Idee, ausgerechnet in Solothurn ein neues Musik-Festival ins Leben zu rufen? Hier existiert doch schon einiges.

Solothurn ist eine kulturell sehr vielseitige Stadt. Es gibt die grossen Eckpfeiler mit den Film- und Literaturtagen und mit den Solothurn Classics. Doch einen Anlass, der die so genannte E- und U-Musik unter einen Hut bringt, gibt es bisher nicht. Und das ist es, was ich dem Publikum bieten will: Ein Festival, in dem verschiedene musikalische Stilrichtungen Platz finden, das aber höchsten Qualitätsansprüchen gerecht wird und an dem jeder Abend zu einem besonderen Erlebnis wird. Entertainment ist wohl das richtige Wort dafür, obwohl ich den Begriff nicht so gerne verwende. Der Erfolg der ersten Takto-Ausgabe im letzten Jahr bewies uns, dass wir mit dem Konzept auf der richtigen Spur sind.

Solothurn strotzt ja nun nicht gerade von geeigneten Lokalitäten. Welche Hürden gab und gibt es da zu überwinden?

Der Konzertsaal ist für unsere Abende tatsächlich nicht geeignet. Die Platzverhältnisse sind vorwiegend im Foyer zu klein. Deshalb verlegten wir das Takto-Festival in die Reithalle, obwohl auch hier viel in die Infrastruktur investiert werden muss. Aber hier können wir das Ambiente jeden Abend dem Programm gemäss ausgestalten und das ist es, was Takto – neben der Musik – eben auch ausmacht: der Abend soll ein Musik-Erlebnis sein.

Jetzt steht die Zweit-Auflage vor der Tür. Was wird sich – ausser des Musik-Programms – im Gegensatz zum letzten Takto ändern?

Der Fokus der Programmierung wurde verschärft, damit das Profil des Festivals klarer wird. So ist das Programm vermehrt auf grosse Orchester ausgerichtet. Zudem wurde die Jugendplattform «Kids on Stage!» eingeführt. Auf organisatorischer Ebene wurde unser Mitarbeiter-Team massiv aufgestockt. Wir zogen das letzte Festival mit 6 Personen durch. Das hatte zur Folge, dass ich zwei Stunden vor der Eröffnung noch Teppichboden verlegte. Nun kann ich mich auf ein Team von 25 Personen verlassen.

Mit einem prominenten Musiker wie Pepe Lienhard sind Sie gleich mit der ersten Ausgabe in der höchsten Konzert-Liga eingestiegen und ziehen das auch dieses Jahr weiter. Welche Überlegungen stecken hinter diesem Konzept?

Wir wollten schon im ersten Jahr ein klares Statement abgeben: Internationale Künstler, grosse Orchester, Entertainment- und Gala-Charakter. So ist das Festival für das Publikum, aber auch für Sponsoren attraktiv. Dass es mit Pepe Lienhard so gut gepasst hat, war natürlich ein toller Einstieg und freut mich noch heute. Und: ehrlich gesagt, ist die Programmauswahl natürlich auch eine sehr persönliche. Wichtig ist mir aber bei allem, den hohen Qualitätsanspruch aufrecht zu halten.

Was ist es denn, dass Sie antreibt, ein solches Festival auf die Beine zu stellen? Eine Art Mission, die Sie erfüllen möchten?

Missionieren will ich sicher nicht. Ich möchte aber, dass Musikinteressierte ihren Horizont erweitern können, dass sie über ihren Tellerrand hinaus schauen und beim Takto Musik zu hören bekommen, die sie vorher vielleicht nicht kannten oder sie nicht interessierten. Mein Ziel wäre es, dass das Publikum zum Takto kommt, weil es weiss: Hier bekomme ich einen tollen, hochstehenden Musikabend. Ich lebe eben in Solothurn. Deshalb will ich dies hier realisieren.

Wird es Takto künftig immer geben?

Wir haben uns mal einen Dreijahres-Plan gemacht und werden dann weitersehen. Wir wollen uns weiter etablieren und entwickeln können, indem wir unsere Nische noch besser ausfüllen. Wir sind gespannt, wie es weitergeht.

Infos und Programm: www.takto.ch