Im Sommer 2013 hatte der Gemeinderat Derendingen entschieden, per Schuljahr 2014/15 schulergänzende Tagesstrukturen einzuführen. Nun musste er erkennen, dass der Zeitplan zu sportlich ist. Das grösste Problem ist der künftige Standort.

Eine Arbeitsgruppe hat erste Varianten für die Strukturen in Derendingen ausgearbeitet. Diese lehnen sich relativ stark an die Gegebenheiten in der Nachbargemeinde Zuchwil an.

«Wir haben erst im Januar mit unserer Arbeit angefangen und können noch nicht sämtliche Details präsentieren», erklärte Patrick Reinhart an der Sitzung am Donnerstagabend. Trotzdem sei es nötig, dass der Gemeinderat nun bereits einen Grundsatzentscheid treffe. «Erst dann können wir weiterarbeiten.»

Vorgeschlagen wurde, eine Stiftung zu errichten, die sich dem Aufbau der familienergänzenden Tagesbetreuung annimmt. Eine provisorische Leistungsvereinbarung, die einen Defizitdeckungsbeitrag von 95 000 Franken erwartet, lag bereits vor.

Der jährliche Beitrag von 20 000 Franken an den Mittagstisch würde dann aber entfallen. Diese beiden Punkte waren im Gemeinderat unumstritten und wurden einstimmig so bewilligt.

Der Betrag ist vorläufig nicht budgetrelevant, es muss auch kein Nachtragskredit gesprochen werden. Ebenfalls genehm war die vorgeschlagene Tarifgestaltung, die sich ebenfalls an die Tarife in Zuchwil anlehnt.

Kein Provisorium

Schwieriger wurde es bei der Diskussion über die Räumlichkeiten. Im Raum stand die Variante, provisorisch die ehemalige Hauswartwohnung im Steinmatt und ein Klassenzimmer im Kochschulhaus zu nützen.

Das Provisorium hätte rund 60 000 Franken an Investitionen gekostet. Ab 2019 wären die Tagesstrukturen dann in den geplanten Zentrumsbau umgezogen. Mehr Sympathien fand der Vorschlag, eine Liegenschaft, die der Gemeinde gehört, umzunutzen.

Damit verzögert sich aber die Einführung der Tagesstrukturen. Einzig die Aufgabenhilfe könnte bereits per Anfang des nächsten Sommers eingeführt werden. Trotz der Verzögerung wurde dieser Vorschlag favorisiert. Das Provisorium wurde als zu teuer und die Räumlichkeiten als nicht unbedingt geeignet erachtet.

Angebot wird genutzt

Seit rund drei Jahren ist Rahel Misteli als Schulsozialarbeiterin in Derendingen tätig. Sie arbeitet zu 50 Prozent an der Primarschule und zu 20 Prozent an der Oberstufe. Sie gibt jedes Jahr einen Rechenschaftsbericht ab und stellte diesen heuer auch gleich persönlich vor.

Die Zusammenarbeit mit der Lehrerschaft funktioniere in Derendingen sehr gut. Viele Konflikte, die innerhalb einer Klasse entstehen, würden diese auch gleich selbst lösen. Die Statistik zeigt denn auch, dass die Einzelgespräche den grössten Teil ihrer Arbeit ausmachen.

Rund 70 Klienten betreute sie im vergangenen Jahr. «Die Themen sind vielfältig», so Misteli. Sie erklärte, dass ihre Hilfe zu einem grösseren Teil von Schweizer Kindern in Anspruch genommen werde. Der Anteil von Buben und Mädchen sei fast gleich gross.