Der Gemeinderat gönnte sich nach der Sommerpause keinen sanften Einstieg. Grosse Diskussionen löste am Donnerstag vor allem das Projekt «Open Sunday» aus, dessen Pilotphase im März beendet worden war. An elf Winter-Sonntagen wartete auf Schüler der 1. bis 6. Klasse ein kostenloses Sportangebot in der Turnhalle. Die Kosten von 10 000 Franken trug die Gemeinde.

Wie die Auswertung zeigt, nutzten 191 Kinder das Angebot, wobei die Mehrheit der Zielgruppe entsprach: Kinder, die keinem Sportverein angehören. Ein Erfolg, ist Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold (SP) überzeugt. Dennoch bleibt die Turnhalle am Sonntag künftig geschlossen.

Jugendraum statt Open Sunday

Ausschlaggebend war eine Stellungnahme der Jugendkommission, in der diese eine Weiterführung des Projekts ablehnt. Als Gründe wurden die zu geringe Teilnehmerzahl im Verhältnis zu den Kosten, die fehlende Kostenbeteiligung anderer Gemeinden, sowie die Konkurrenz zu den Sportvereinen im Dorf angegeben. Wie Agnes Roth (CVP, Ressortchefin Jugend) eingestand, hatte die Jugendkommission bis anhin keinen Aufwand mit dem Open Sunday. «Es ist aber gedacht, dass das Projekt an die Gemeinde übergeht.»

Subingen sei jedoch zu klein dafür. Die Jugendkommission konzentriere sich zudem momentan auf den bereits vorhandenen aber selten genutzten Jugendraum. Dafür würden alle Ressourcen gebraucht. Weiter seien die Mitglieder, die sich für das Pilotprojekt ausgesprochen hatten, im letzten Jahr geschlossen zurückgetreten, womit nun eine neue Jugendkommission mit anderen Zielen existiere.

Vor allem die SP-Fraktion zeigte wenig Verständnis für diese Haltung. Hans Ruedi Ingold warf der Kommission gar vor, keine Jugendarbeit machen zu wollen. Auch die FDP zeigte sich enttäuscht, wollte der Kommission aber keine Arbeit aufzwingen, die diese nicht machen will. Letztlich wurde darüber entschieden, ob die Jugendkommission noch einmal gebeten werden sollte, ihren Entscheid zu überdenken. Dies wurde mit 5 zu 4 Stimmen abgelehnt, womit das Projekt Open Sunday in Subingen vorläufig beendet ist.

Grossprojekte kommen voran

Erfreulicheres konnte der Rat in Sachen Bauprojekte diskutieren. So können die Grundeigentümer-Beitrags-Pläne für die Erschliessung des Fadackers öffentlich aufgelegt werden. Da gegen die geplante Verkehrserschliessung Einsprachen vorliegen, würden diese Pläne erst später aufgelegt. «Die Einsprachen werden aber zurückgezogen», versicherte Ingold. Da der Verwaltungsrat der Landi erst im November tage, müsse solange abgewartet werden.

Auch das geplante Service- und Dienstleistungszentrum der Steinhoff Properties AG ist auf gutem Weg. Wie Ingold informierte, werde man dagegen keine Einsprache erheben. «Es bringt niederschwellige Arbeitsplätze, eine grosse Fläche wird von einem Partner überbaut und es lässt sich ins Verkehrskonzept einbinden.»

Auch Bedenken bezüglich der vermehrten Lastwagenbewegungen im Dorf konnten gemindert werden. Eine Gruppe habe Einsprache gegen das Projekt erheben wollen. Mit diesen habe man sich aber getroffen und das Verkehrskonzept besprochen. Der Verkehr sei aber ein latentes Problem, betonte Ingold. Weshalb man mit dem Kanton besprechen werde, wie der Verkehr auf den Kantonsstrassen beruhigt und der Lärm gemindert werden könne. Die Gemeinde mache laufend Messungen, als nächstes werde nun auch die Kantonspolizei den Verkehr analysieren.

Neuer Hauswart eingestellt

Weiter wurde über die Stelle des Hauswarts für die gemeindeeigenen Gebäude gesprochen. Der bisherige Hauswart hat seine Kündigung eingereicht, worauf ein Ausschuss für die Suche nach einem Nachfolger gebildet wurde. Die Wahl sei einstimmig erfolgt und fiel auf René Kummer, der seine Arbeit per 1. November aufnehmen wird, wie Hans Ruedi Ingold informierte.