Für Riedholz war es ein Schuss vor den Bug: Kurz vor den Sommerferien hatte der Gemeinderat Feldbrunnen-St. Niklaus beschlossen, die Riedholzstrasse zu sperren. Grund: Die Strasse zwischen dem Schloss Waldegg und dem Wallierhof muss saniert werden. Variantenstudien gehen von Kosten zwischen 400000 und einer Million Franken aus (wir berichteten). Geld, das man sich in Feldbrunnen sparen will. Denn die Strasse wird hauptsächlich von Bewohnern der Riedholzer Hangquartiere befahren – als schnellster Weg nach Solothurn.

Der Beschluss hat die Riedholzer durchgeschüttelt. Von einem «unerfreulichen Akt der Nachbargemeinde» war die Rede. Klar ist: Untätig zusehen, wie auf der Strasse ein Fahrverbotsschild aufgestellt wird, werden die Riedholzer kaum. Deshalb will man in der Nachbargemeinde noch einmal vorsprechen. Ob der Entscheid zurückgenommen wird, liess der Gemeinderat von Feldbrunnen am Montagabend offen. Jürg Wölfli (CVP) pochte auf den Beschluss und sah keinen Bedarf für eine erneute Diskussion. Alfred Hug (SP) plädierte dafür, einander zumindest anzuhören. «Eventuell gibts neue Argumente.»

Sicherheit steht im Vordergrund

Im Raum steht offenbar auch eine Kostenbeteiligung von Riedholz. Emanuel Weibel (CVP) hielt indes fest, dass es bei der Sperrung nicht um Geld, sondern um die Sicherheit der Bewohner des Ortsteils St. Niklaus gehe. Die Autos, täglich sind es 820, fahren oft zu schnell durchs Quartier. Das Verkehrsproblem werde auch mit einer Kostenbeteiligung nicht gelöst. Stattdessen würden die St. Niklauser von ihrem Gemeinderat erwarten, dass er nun handle. Mehrere Räte wiesen zudem darauf hin, dass Riedholz Strassensperrungen quasi vorweggenommen habe. Sie spielten damit auf die Vögelisholzstrasse an, die mittlerweile gesperrt ist und so manchem Feldbrunner den direkten Weg ins Attisholz abschneidet.

Wird die Riedholzstrasse gesperrt, steht der Gemeinderat von Riedholz unter Zugzwang. Dann müsste der Verkehr aus den Neubauquartieren und dem Wallierhof vorderhand über die Waldturmstrasse geführt werden. Weil diese zu schmal ist, müsste sie verbreitert werden. Eine Option wäre offenbar auch eine direkte Verbindung vom FC-Haus zur Baselstrasse. Beides dürfte für Riedholz kostspielig werden.

Riedholz will Einsprache erheben

Laut dem Riedholzer Gemeindeverwalter Hans-Peter Roth ist noch nichts entschieden. Stattdessen will man die öffentliche Auflage abwarten und dann Einsprache erheben. «So schnell dürfte diese Strasse also nicht geschlossen werden.» Ob man sich nach einem allfälligen negativen Bescheid des Bau- und Justizdepartements vorbehalten würde, den Fall weiterzuziehen, könne noch nicht gesagt werden. Die nächste Instanz wäre das Verwaltungsgericht. Die naheliegendste Lösung für Riedholz wäre es nach wie vor, die Strasse wo nötig zu sanieren und offen zu halten. Sollte der Gemeinderat Feldbrunnen wider Erwarten darauf eingehen, müsste dieser per Rückkommensantrag seinen Beschluss aufheben.

Ein Sack über den Parkautomat?

Noch nicht in Stein gemeisselt ist auch das Parkverbot auf dem Dorfplatz, das der Gemeinderat beschlossen hat. Damit will man verhindern, dass der Platz von Autofahrern als Park-and-ride-Station benutzt wird, welche die Parkgebühren in Solothurn sparen wollen und mit dem Bipperlisi zum Hauptbahnhof fahren. Zwar wird demnächst der Parkautomat aufgestellt – der Sockel steht bereits. Nun sei man von einem Einwohner darauf hingewiesen worden, dass die Massnahme zuerst öffentlich aufgelegt werden muss. Deshalb soll während der 30-tägigen Einsprachefrist ein Sack über den Automaten gestülpt werden, damit dieser noch nicht benutzt werden kann.