«Gefahr Steinschlag»
Steinschlag-Gefahr bei Ruine: Gemeinde Balm warnt mit Tafel

Bei der Ruine Balm herrscht Steinschlag-Gefahr. Die Gemeinde Balm hat reagiert und weist mit einer eigens kreierten Tafel bei der Ruine auf die Gefahr, die von oben droht, hin.

Urs Byland
Merken
Drucken
Teilen
Mit einer Tafel wird auf die Gefahr hingewiesen.

Mit einer Tafel wird auf die Gefahr hingewiesen.

Hanspeter Bärtschi

«Es muss zwingend eine Lösung mit dem Burgverein bezüglich dem Burgfest gesucht werden.» Das Protokoll der ersten Gemeinderatsitzung des Jahres ist deutlich, denn Massnahmen wegen der Stein- und Blockschlaggefahr beim Parkplatz in der Nähe der Ruine hätten schon im letzten Jahr ergriffen werden müssen.

«Es hat einfach loses Gestein in der Wand bei der Balmflue. Steinfall gibt es bei Wetteränderungen oder auch bei Wildwechsel. Es braucht nicht viel, und dann liegen wieder Steine unten», berichtet Gemeindepräsidentin Pascale von Roll.

Nun hat der Gemeinderat von Balm gehandelt. «Wir wollen die Leute für die Gefahr von Steinschlag sensibilisieren. Die von der Gemeinde in Auftrag gegebene Tafel wurde kürzlich aufgestellt. Eine Karte weist auf drei Sektoren hin. Der Grillplatz ist kein Problem, weil dort die Wand überhängend ist. Beim Parkplatz können Abpraller landen. Und beim dritten Sektor, beim Weg vom Parkplatz zum Grillplatz, ist es am gefährlichsten. Dort landen die Steine, die herunterfallen.

Die Tafel steht eingangs zum Weg zum Grillplatz, also vor dem heikelsten Sektor. Die normalen Steinschlag-Gefahrensignale ergänzen nach wie vor auf der Zufahrt von oben und unten die Tafel. «Wir wollen mit der Sensibilisierung der Benutzer das Risiko mindern.» Durch entsprechendes Verhalten könne die Gefahr um ein Vielfaches - «auf ein verantwortbares Mass» - reduziert werden, stellte der Gemeinderat an seiner Januarsitzung fest.

Durchgang nicht verbieten

Ob die Gemeinde nun mit dem Aufstellen der Tafel aus der Haftung entlassen ist, sei rechtlich schwierig zu beurteilen. «Andererseits», sagt Pascale von Roll, «können wir nicht den ganzen Platz sperren und den Leuten verbieten, dort durchzugehen.» Was der Gemeinderat aber nicht verantworten kann, ist die Durchführung des Burgfestes am bisherigen Standort. «Wir haben die Organisation des traditionellen Burgfestes in Anwesenheit des Burgvereins diskutiert», sagt Pascale von Roll. «Der Burgverein hat von sich aus auf die Durchführung des Burgfestes in diesem Jahr verzichtet.»

Burgverein-Präsident Michael Schmid stimmt zu: «Wir können am bisherigen Standort kein Burgfest mehr machen. Mit der Gefahrenkarte des Kantons liegt das Risiko nun bei uns.» Der Burgverein kläre nun einen neuen Standort ab. Allenfalls schliesse man sich dem Dorffest Günsberg an, aber nicht in diesem Jahr. «Das ist zu kurzfristig», so Schmid.

Weitere Gefahr von der Wand soll mit einer Putzaktion des SAC sowie forstlichen Projekten gemindert werden. Positives kann Pascale von Roll vom Wanderweg zur Ruine verkünden. Dieser ist in einem schlechten Zustand (wir berichteten). Der Verein Solothurner Wanderwege will diesen Wanderweg zusammen mit dem Zivilschutz ausbessern.

Sanierung alte Balmbergstrasse

Auch die Sanierung der alten Balmbergstrasse ist auf gutem Weg. Die Strasse wurde letztmals 2004 saniert. Alle acht Jahre sei ein Beitrag vom Kanton zu erwarten. Bei der letzten Sanierung übernahm der Kanton 80 Prozent der Kosten.

Diese Beiträge würden ausgerichtet für die periodische Wiederinstandstellung von Zufahrten zu Berghöfen. Balm will nun die Sanierung, die rund 50 000 Franken kosten soll, im Budget für 2015 aufnehmen und ein entsprechendes Beitragsgesuch an den Kanton stellen.