Zuchwil
Stefan Hug will Zuchwiler Gemeindepräsident werden

Das Rennen um die Nachfolge des abtretenden Zuchwiler Gemeindepräsidenten Gilbert Ambühl ist eröffnet. Am Freitagabend nominierten die Sozialdemokraten Stefan Hug als Kandidaten für das höchste Zuchwiler Amt.

Christof RAmser
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Stefan Hug will dafür sorgen, dass das Präsidium auch nach 42 Jahren in SP-Hand bleibt.Hanspeter Bärtschi

Stefan Hug will dafür sorgen, dass das Präsidium auch nach 42 Jahren in SP-Hand bleibt.Hanspeter Bärtschi

Im Saal der Bürgergemeinde hoben ehemalige politische Mitstreiter und Hugs Familie die positiven Eigenschaften des 58-jährigen Schulleiters im «Unterfeld» hervor. Er sei kein Wendehals, sondern schaue vorwärts, sagte seine Frau Monika; er sei ein Mann mit Ausdauer und dem nötigen Biss, sagte Gemeinderat Heinz Schaller. Der Sport ist dem Kandidaten nicht fremd: Hug organisierte während 20 Jahren den Weissensteinlauf. Beatrice Schibler schliesslich lobte seine «vertrauenserweckende und lösungsorientierte Art».

Stefan Hug selbst, der ab 1989 bereits 15 Jahre Gemeinderat war und «stets mit guten Resultaten gewählt wurde», betonte die grosse Herausforderung des Gemeindepräsidiums. «Ich habe mir die Kandidatur deshalb reiflich überlegt.» Hug glaubt aber, dass die Gemeinde trotz besorgniserregender Finanzlage gut aufgestellt sei. Das Potenzial für Firmenansiedlungen und neue Wohnquartiere sei vorhanden, das Kijuzu eine «einmalige Institution in der weiten Region». Bezüglich des Sportzentrums, so liess er durchblicken, hat er eine kritische Haltung – die Gemeindefusion jedoch will er weiterverfolgen. Führen sei für ihn kein Fremdwort. Als Schulleiter und Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Zuchwil habe er die nötige Leitungserfahrung gesammelt, als ehemaliger SP-Fraktionschef und Präsident der Kulturkommission kenne er auch den politischen Betrieb.

FDP und SVP fordern heraus

Bereits steht fest: Es kommt am
14. April zu einer Kampfwahl. Die FDP kündigt ebenfalls einen Kandidaten an. «Als zweitgrösste Fraktion im Dorf treten wir auf jeden Fall an», sagt Gemeinderat und Ortsparteipräsident Stephan Schöni. «Zudem wäre eine stille Wahl einer Demokratie unwürdig.» Eine echte Wahl dagegen rege die politische Diskussion an. Bis Ende Januar steht fest, wer für die Freisinnigen ins Rennen steigt. Noch sei dies parteiintern nicht entschieden.

Auch die SVP will sich um das höchste Amt in der Gemeinde bewerben. Man habe drei Kandidaturen geprüft, sagt Gemeinderat Silvio Auderset. «Den Namen geben wir am 1. Februar bekannt», sagt er und hält fest, dass er selber kein Interesse an einer Kandidatur hat. Das Präsidium sei ein Amt, bei dem die Fachkompetenz im Vordergrund steht. «Aber die Person muss auch Freude daran haben, was angesichts der grossen Probleme dieser Gemeinde nicht einfach ist.» Die FDP zu unterstützen, sei kein Thema. «Wir müssen selber antreten.»

Die CVP, in Zuchwil bloss die viertgrösste Kraft, stellt mit Daniel Grolimund den Vizegemeindepräsidenten. «Wir haben eine Kandidatur im Vorstand und in der Fraktion besprochen», sagt Grolimund. Weil weder er noch ein anderer Christdemokrat antreten will, stellt die CVP keine Kandidatur. «Wir können uns aber vorstellen, eine andere Partei zu unterstützen.» Weil die Wahl des Gemeindepräsidenten eine fachliche, aber auch eine Personenwahl sein, hänge dies von den portierten Personen ab. «Wir sind eine Mittepartei, die Präferenzen könnten nach rechts aber auch nach links fallen.» Das Vizegemeindepräsidium strebt die CVP hingegen wieder an. «Je nach Ausgang der Wahlen stelle ich mich zur Verfügung», so Grolimund.

Grüne unterstützen wohl SP

Unterstützung erhoffen kann sich der SP-Kandidat von den Grünen. Fraktionspräsident Reto Affolter betont zwar, dass es sich um Personen- und nicht um Parteiwahlen handelt. Trotzdem hätte eine integrierende Kandidatur von «Mitte links» die meisten Sympathien von grüner Seite. «Das Amt ist anspruchsvoll und beinhaltet die Verwaltungs- und die politische Führung.» Da sei das Parteibüchlein nebensächlich. Ähnlich argumentiert Jean-Baptiste Vuille, der einzige grünliberale Gemeinderat. Vuille schliesst einzig eine Unterstützung der SVP aus.