Nach dem Märtefest 2008 stach er beim Mc Donald's in Zuchwil einen 16-Jährigen mit einem Messer nieder. Der Teenager überlebte die Messerattacke nur mit Glück. Er verlor rund zweieinhalb Liter Blut und nur dank rascher ärztlicher Hilfe verblutete er nicht. Nun muss der Täter für 62 Monate und 20 Tage ins Gefängnis.

Das Obergericht sprach ihn heute wegen versuchter vorsätzlicher Tötung schuldig. Mit seinem Strafmass geht das Obergericht über dasjenige der Vorinstanz hinaus.

Beantragt waren 10 Monate

Das Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt verurteilte den Messerstecher im März 2010 zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 44 Monaten. Gegen dieses Urteil legte der Täter, ein heute 24-jähriger Schweizer italienischer Abstammung Berufung ein. Er habe nicht absichtlich zugestochen, sagte er gestern vor Obergericht. Er habe nur in einem Streit zwischen seinem Bruder und dem 16-Jährigen schlichten wollen.

Sein Verteidiger beantragte wegen fahrlässiger Körperverletzung eine bedingte Freiheitsstrafe von 10 Monaten bedingt auf zwei Jahre.

Im Rahmen der eigenen Praxis

Das Obergericht begründete sein Strafmass unter anderem damit, dass dieses in Anbetracht der jüngsten Rechtsprechung ihm Rahmen der eigenen Praxis sowie derjenigen des Bundesgerichts liege. Besonders gewichtet habe man zudem den Umstand, dass der Täter sich mit einem Messer ausgerüstet hat, obwohl er von keiner Gefahrensituation habe ausgehen können.

Es gäbe auch keinen Grund zur Annahme, dass er nur habe schlichten wollen. Keinen Kommentar zum Urteil wollte Verteidiger Hans Schatzmann geben. Er habe das Urteil noch nicht mit seinem Mandanten besprechen können, sagte er auf Anfrage.