Die Meinungen unter den Mitgliedern des Tennisclubs Widi zum Standortwechsel sind gespalten. Dies kam an einer Orientierungsversammlung im Lindensaal zum Ausdruck, die von knapp 30 Mitgliedern besucht wurde. In der Konsultativabstimmung sprachen sich elf Mitglieder für einen Wechsel auf die Anlage des SC Scintilla aus, zehn dagegen und sieben enthielten sich der Stimme. Der Standortwechsel wird nötig, wenn der Souverän an der kommenden Gemeindeversammlung den Gemeinderat ermächtigt, das Widi an die Immobiliengesellschaft Swiss Prime Site zu verkaufen. Diese will auf dem Widi und dem benachbarten Sulzer-Areal ein neues Quartier schaffen.

Präsident Hans Lüthi ist überzeugt, dass der neue Standort auf der Anlage des SC Scintilla das Überleben des TC Widi sichert. Das Widi würde bei einem Nichtverkauf zu einer Insel, umgeben von Wohnbauten, was unweigerlich zu Reibungen zwischen Anwohnern und Sporttreibenden führen werde. Schlimmer sei die wirtschaftliche Situation des Klubs. Bis anhin hat die Gemeinde dafür gesorgt, das der Klub eine Infrastruktur zur Verfügung hat. Das Klubhaus muss aber dringend totalsaniert werden. Zuchwils knappe Finanzen lassen dies nicht zu. Der Präsident prognostiziert den Niedergang des Klubs innert weniger Jahre. «Das gilt es zu verhindern, deshalb habe ich mich für einen Standortwechsel engagiert.»

Zukunft vertraglich gesichert

Mit dem SC Scintilla ist eine Vereinbarung erreicht, das unterschriebene Dokument der Beweis dafür. Die Gemeinde Zuchwil würde 500 000 Franken für einen oder zwei Tennisplätze sowie ein einfaches Klubhaus zur Verfügung stellen. Auch dies wurde vertraglich in einer Vereinbarung abgesichert. Es fehlt nur noch die Unterschrift des TC Widi. Angedacht ist gar eine Fusion der Tennisspieler vom SC Scintilla (150 Mitglieder) mit dem TC Widi (100 Mitglieder) und anstelle eines neuen Klubhauses eine Sanierung des bestehenden Klubhauses des SC Scintilla. Einen Strich durch die Rechnung machten ihrem Präsidenten aber vor allem die aktiven Spieler der erst kürzlich formierten Interclub-Mannschaft.

Ein Haken hat das Ganze: Lärm

Aus den Reihen dieser Spieler war die Kritik vehement. An ein Tennisspielen 10 oder 20 Meter neben der Bahnlinie sei nicht zu denken. «Wenn ein Güterzug vorbeifährt, kann man sich nicht einmal den Spielstand zurufen. Zudem wollen wir etwas Gemütlichkeit und in aller Ruhe ein Bier trinken, das kann ich mir dort nicht vorstellen», so ein Gegner des Standortwechsels. Der Lärm, aber auch die Lage zwischen Strasse und Bahnlinie unweit der Kebag gefällt nicht. «Niemals wollen wir dort unten unsere Gäste empfangen. Ich habe auf vielen Plätzen spielen dürfen. Das ist einfach der schlimmste Platz», so ein anderes Klubmitglied. Der ebenfalls anwesende Präsident des SC Scintilla sah sich genötigt, darauf hinzuweisen, dass zwar pro Spiel im Schnitt ein Güterzug vorbeifahre, aber die dargestellten Einwände stark überrissen seien, wie der Erfolg seines Klubs zeige. Die Antwort der Gegner eines Wechsels war vernichtend: «Wir aktiven Spieler werden am neuen Standort ein, zwei Jahre zuschauen, aber dann sind wir weg.»

Er wolle bei Annahme des Landverkaufs durch den Zuchwiler Souverän die Vereinbarungen unterschreiben, sagte am Ende des Anlasses der Präsident. Dazu will er aber noch weitere Gespräche mit seinen Klubmitgliedern führen.