Bereits ab Februar startet die Ambulanz für die Region Thal und Gäu von Balsthal – und nicht mehr von Niederbipp aus. Das hat die Solothurner Spital AG (soH) vor 14 Tagen mitgeteilt. Jetzt ist auch aufgrund der Baupublikation bekannt geworden, wo das Rettungsteam stationiert werden soll, nämlich in einer leer stehenden, frisch renovierten Gewerbeliegenschaft an der Lindenallee 23 (Kantonsstrasse), ganz in der Nähe des Kreisels Thalbrücke.

Nachts ohne Sirenengeheul

Balsthals Bauverwalter Anton Wüthrich fügt bei, dass die Umnutzungsbewilligung bereits erteilt worden sei, allerdings vorbehaltlich allfälliger Einsprachen. «Solche dürfte es kaum geben. Denn von der Zone her ist alles korrekt. Und zudem dürfte kaum jemand etwas dagegen haben, die Sanitätsstation in der Nähe zu wissen.» Befürchtungen, man werde nachts durch Sirenengeheul aufgeschreckt, sei nicht gegeben, betont Wüthrich. Die Ambulanz rücke während der Nachtschicht von abends 19 Uhr bis morgens 7 Uhr ohne eingeschaltetes Martinshorn aus.

Warum denn die Trennung?

Die Solothurner Spital AG hatte seit Januar 2011 zusammen mit dem Spital Region Oberaargau (SRO) gemeinsam ab Standort Niederbipp einen Rettungsdienst rund um die Uhr betrieben. Doch es habe sich gezeigt, dass dieser Dienst finanziell und organisatorisch nur mit grossem Aufwand zu bewältigen sei; das teilten die beiden Unternehmen vor 14 Tagen einhellig mit (wir berichteten). Es sei einfacher, die Rettungsdienste in dieser Region separat zu betreiben. Als Begründung nannte Andreas Kohli, CEO der SRO, Finanzierungsprobleme bei der Nachtschicht. Denn für diese ist die SRO alleine zuständig. Und da es nachts weniger Einsätze gibt, nimmt die SRO auch weniger ein.

Die SRO schlug der soH vor, die Finanzierung der Nachtschicht zu teilen. Doch die soH rechnete nach und kam auf ein anderes Resultat, wie Beat Walser, Ressortleiter Rettungsdienste soH erklärt. «Es kommt günstiger, wenn wir den Dienst selber sicherstellen. Von einem eigenen Standort aus und rund um die Uhr.» So lautete der Entscheid gegen Ende vergangenen Jahres.

Balsthal oder Oensingen

Dann musste möglichst rasch ein Standort für das Rettungssanitätsteam und das Ambulanzfahrzeug gefunden werden. «Die Liegenschaft in Balsthal ist ein Glücksfall, denn sie kann sofort bezogen werden.» Weiter sei sicher nicht von Nachteil, sagt Walser, dass bei einem Einsatz im Thal mit seiner Weitläufigkeit die Distanz deutlich kleiner ist als ab Oensingen. Das Gäu sei nun nicht schlechter dran. «Wir arbeiten ja nach wie vor mit der SRO zusammen.» Zudem bestehe im Gäu noch die zusätzliche Möglichkeit, dass eine Ambulanz ab Solothurn oder Olten aufgeboten werden kann, führt Walser aus.

Stammspitäler bevorzugt?

Vorwürfe, wonach die Rettungsteams vorab ihr Stammspital bedient hätten, lässt Walser nicht gelten. «Das sieht manchmal nur danach aus.» Natürlich seien grundsätzlich die Gebiete abgesteckt, für die ein Rettungsteam zuständig ist. Auf dem Autobahnabschnitt zwischen Wangen an der Aare und Härkingen sei dies prioritär die SRO. «Ist aber ein Team besetzt, so wird dasjenige aufgeboten, das am schnellsten am Einsatzort sein kann. Das wird via Notfallnummer 144 gewährleistet.»