Der Gemeinderat nahm das Thema «Zukunft der Spitex im Kanton Solothurn» auseinander, das der Verband Solothurner Einwohnergemeinden (VSEG) in Form eines Fragebogens allen Gemeinden zugestellt hatte. Der Rat setzte sich insbesondere mit der im Sozialgesetz vorgesehenen «obligatorischen Ausbildungsverpflichtung» auseinander. Darin bestehe ein gewaltiger Kostentreiber, warnten Ratsmitglieder. Gegenwärtig unterstützt die Gemeinde ihre Spitex jährlich mit 230 000 Franken.

Stationäre Einrichtungen wie Spitäler und Altersheime finanzieren die Ausbildung neuer Kräfte mit zwei Franken aus der Investitionskostenpauschale von 30 Franken pro Bett und Tag. Sollte diese Ausbildungsverpflichtung auch für die ambulant tätige Spitex gelten, so müsse sich der Kanton kostenmässig daran beteiligen, befand Gemeindepräsident Kuno Tschumi. «Denn je mehr wir die Spitex personell und materiell aufrüsten, umso mehr entlasten wir die Spitäler.» Tschumi sieht Nachteile im gängigen Finanzierungssystem und im Anreiz der Spitäler, sehr pflegebedürftige Patienten früh in die Spitex-Betreuung zu entlassen.

Ein weiterer Grund, die mit grossem Aufwand verbundene Verpflichtung abzulehnen, bestehe darin, dass bei der Spitex ausgebildete Kräfte sehr gern von stationären Einrichtungen «aufgesogen» würden. Grundsätzlich sprach sich der Gemeinderat wegen der Beibehaltung des Mitspracherechtes gegen eine flächendeckende, kantonal organisierte Spitex aus und freute sich, dass in Derendingen der wichtige «erste Schritt unter ein gemeinsames Dach» vollzogen sei. Denn vor wenigen Tagen ist der Umzug der örtlichen Spitex ins Altersheim Tharad erfolgt.

Auch wenn das ambulante und das stationäre Angebot hier noch aus zwei unterschiedlichen Gefässen erfolgen, so sei die gemeinsame Nutzung von Synergien der richtige Weg in die Zukunft, hiess es in der Aussprache. Die Betreuung älterer Menschen sollte aus einer Hand kommen und sei damit in Service und Beratung viel kundenfreundlicher.

«Tharad»: Alle 80 Plätze besetzt

Tony Broghammer, Präsident des Zweckverbandes Alters- und Pflegeheim Derendingen-Luterbach, orientierte den Rat über «unvorhergesehene Ereignisse» als Herausforderungen im 8,3 Mio. Franken umfassenden Budget 2015. Die neuen kantonalen Sparauflagen betreffen das «Tharad» besonders, weil die neuen Plätze durch weniger pflegebedürftige Personen belegt sind. Da die unteren Pflegestufen nicht mehr subventioniert sind, erleidet das «Tharad» laut Broghammer 299 000 Franken Mindereinnahmen.

Eine weitere Belastung stellt die Ausfinanzierung der Pensionskasse dar, die das Heim mit 817 000 Franken trifft. «Wir werden dies aber als Einmalzahlung über unsere Investitionsrechnung abwickeln.» Der Rat entschied, das Budget mit Defizit von 142 000 Franken, gedeckt durch das «Tharad»-Vermögen, an der kommenden DV durch seine Delegierten gutheissen zu lassen. Broghammer begrüsste die erfolgte Ansiedlung der Spitex im «Tharad».

Junge werden nicht vergessen

Die Kommission für Gesellschaftsentwicklung unter dem Präsidium von Patrick Reinhart hat sich mit den Freizeitmöglichkeiten und Aktivitäten der jungen Generation im Dorf befasst. Viele junge Menschen in Derendingen verbrächten ihre Freizeit im Rahmen von Vereinen, die über ein vielfältiges Angebot verfügten. Doch etlichen Jugendlichen zwischen 12 und 16 Jahren müsse die «partnerschaftliche Integration in die Gesellschaft» erleichtert werden, berichtete Reinhart im Rat. Deshalb schlug er vor, eine vertiefte Abklärung zu treffen, wie sich ein Konzept für eine offene Jugendarbeit umsetzen lässt. Einstimmig beauftragte der Rat die Kommission damit, eine Arbeitsgruppe zu bilden.