Hessigkofen
Spezialzone für Bauernhof lässt vielfältige Nutzung samt neuem Reitplatz zu

Viele Bauern versuchen ihre Tätigkeiten zu diversifizieren und gehen dabei auch über die landwirtschaftlich zulässige Nutzung hinaus. In Hessigkofen wurde ein solcher Konflikt mit der Raumplanung durch eine Einzonung des Bauernhofs gelöst.

Urs Byland
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Der nördlich von Hessigkofen gelegene Bauernhof Schmärleiben 2 soll in eine Spezialzone eingeteilt werden.

Der nördlich von Hessigkofen gelegene Bauernhof Schmärleiben 2 soll in eine Spezialzone eingeteilt werden.

Urs Byland

Nun ist ersichtlich, wo genau der künftige Reitplatz des Reitvereins Bucheggberg im Schmärleiben in Hessigkofen zu stehen kommen soll. Nachdem der Gemeinderat Buchegg das Projekt gutgeheissen hat (wir berichteten), liegt es jetzt auf. Das Areal wird in eine Spezialzone überführt werden.

Überraschenderweise soll gleich auch noch der Bauernhof Schmärleiben 2 von der Landwirtschaftszone in diese Spezialzone eingezont werden.

Der Grund ist einfach. Der Hof wird nicht mehr nur als Landwirtschaftsbetrieb geführt. Seit über 30 Jahren leitet Jakob Wüthrich den Bauernhof. Laut Raumplanungsbericht wurden bis 1988 Schweine und Stiere gehalten. Seither bietet Wüthrich auf dem Hof Pensionspferden und Alpakas eine Heimat. Aktuell unterhält Wüthrich 26 Pferdeplätze. Ein weiterer nichtlandwirtschaftlicher Nebenbetrieb ist das Verwaltungsbüro von Jakob Wüthrich, das er dort führt. Diese und weitere Umnutzungen entstanden im Laufe der Jahre, teilweise mit Bewilligungen, andere ohne. Die heute vorhandenen Nutzungen seien gesamthaft betrachtet, so der Raumplanungsbericht, in dieser Form in der Landwirtschaftszone nicht zonenkonform.

Um die vorhandenen Nutzungen zu legalisieren, soll die Hofanlage eingezont werden. Weil die vorhandenen Zonen nicht für den Betrieb zutreffen, wurde die Schaffung einer Spezialzone nötig. Der Perimeter rund um den Hof wird dabei auf ein Minimum beschränkt. Künftig ist auf dem Bauernbetrieb Schmärleiben 2 die heute vielfältige Nutzung möglich und legal. Wohnen, Futteranbau, nicht störendes Kleingewerbe, Haltung von maximal 30 Pensionspferden sowie einiger weniger Nutztiere, Reitsport und Ferien auf dem Bauernhof werden für diese Spezialzone erwähnt.

Neue Hauptbauten sind nicht erlaubt. Der bestehende Reitplatz neben dem Bauernhof darf überdacht werden. Rund um das Gehöft wurde zudem ein Perimeter definiert, in dem eine Umzäunung mit fest verankerten Pfosten und weissen Bändern möglich ist.

Eigene Erschliessung für Reitplatz

Auf Anregung des Amtes für Raumplanung wird auch der Reitplatz in dieser Spezialzone aufgenommen, wobei dessen Erschliessung nicht über den Bauernhof, sondern über den westlich gelegenen Flurweg erfolgen soll. «Man ist wegen des Reitplatzes auf mich zugekommen, und ich war nicht abgeneigt, auch weil einige Mitglieder des Reitvereins zu meiner Kundschaft gehören», erklärt Jakob Wüthrich.

Die Grösse des neuen Reitplatzes wird mit 4950 Quadratmeter, inklusive der Parkanlage, mit 6550 Quadratmeter angegeben. Die Reitsportanlässe sind auf einige wenige pro Jahr beschränkt. Auf der Parkanlage ist eine kleine, unauffällige Nebenbaute mit maximal 20 Quadratmeter Fläche und 4,5 Meter Höhe möglich.

Sollte der Reitverein eines Tages den Reitplatz nicht mehr benutzen, kann das Gelände mit Gemeinderatsbeschluss wieder der Landwirtschaftszone zugewiesen werden.