Storchensiedlung Altreu
Spanien statt Nordafrika - Das Zugverhalten der Störche verändert sich

Bereits im Februar kehrten die ersten Störche aus ihren Winterquartieren im Süden zurück in die Region. Mittlerweile sind auch die restlichen wohlbehalten zurückgekehrt. Dennoch stellen die Forscher Veränderungen fest.

Mattias Ruchti
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Der Storch ist wieder zurück

Der Storch ist wieder zurück

Keystone

Erfreuliche Nachrichten für die Storchenliebhaber: Alle Schweizer Störche sind wohlbehalten aus ihren Winterquartieren im Süden zurückgekehrt. Der harte und lange Winter sei für die Tiere kein Problem gewesen, erklärt die Gesellschaft Storch Schweiz auf Anfrage. «Ganz im Gegenteil, die Tiere werden durch die natürliche Lebensweise viel widerstandsfähiger. Die Population ist gar zunehmend.»

Verändertes Zugverhalten

Zurzeit ist auch nicht bekannt, dass vereinzelt Störche krank sein sollten. Bei der Gesellschaft Storch Schweiz geht man davon aus, dass die Reise in den Süden auch nicht mehr so beschwerlich sei wie früher, da sich das Zugverhalten verändert habe. So ziehen die Störche nicht mehr bis nach Nordafrika sondern fliegen lediglich bis Spanien und nisten sich dort in ihrem Winterplatz ein.

9 von 10 Störche sterben

Bereits im Februar kehrten einige Vögel in den Kanton Solothurn zurück (wir berichteten). Diese werden nun unter anderem in der Storchensiedlung Altreu ihre Jungen ausbrüten und grossziehen. Im letzten Augustdrittel ziehen sie wieder in den Süden. Die Jungen bleiben dann dort für die nächsten drei bis vier Jahre, bis sie geschlechtstreif sind. Danach kehren sie in den Norden zurück um ihre eigenen Jungen aufzuziehen. Das schafft jedoch aufgrund der hohen Sterblichkeitsrate nur jeder zehnte Storch. Neun von zehn Störchen werden Insektizide, Stromleitungen, Stürme und Dürren zum Verhängnis.

Warum die Störche nur noch bis Spanien und nicht mehr bis nach Nordafrika ziehen untersuchen die Forscher derzeit.

Weitere Informationen finden sich unter: www.projekt-storchenzug.com

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