Bei trübem Wetter entscheidet sich die Mehrheit der Kletterbegeisterten, in eine Halle klettern zu gehen. Hingegen bevorzugen diese bei schönem Wetter, sich in den Höhen der Bäume zu bewegen. Letztere klimatische Voraussetzung erfreut natürlich jeden Seilparkbetreiber, so auch den Betriebsleiter des Seilparks Balmberg Bele Schmid. Diese Saison hatte er sowohl angenehme, wie auch mühsame Wetterlaunen zu ertragen.

«Der Erfolg unseres Betriebs steht und fällt mit dem Wetter», sagt Bele Schmid. Wie stark die Besucheranzahl davon abhängig ist, hat er in dieser Saison stark zu spüren bekommen. Die frühen warmen Sonnenstrahlen dieses Jahr erlaubten ihm, seinen Kletterpark einige Tage vor offiziellem Saisonbeginn zu öffnen. Daraufhin machten tiefe Temperaturen im Sommer Schmid einen Strich durch die Rechnung, worauf er eine Einbusse an Besucherzahlen in den wichtigsten Monaten der Saison erlitten habe. Das klimatische Glück verliess den Betriebsleiter aber nur über wenige, wenn auch die wichtigsten Monate der Saison. Im Herbst war dieses erneut auf seiner Seite. «Warme Herbst-tage brachten mir in dieser Saison einen zweiten hohen Ansturm an Besuchern. Dies wertete die Gesamtbilanz der Klettersaison auf», berichtet Schmid.

Eisiger Sommer - goldiger Herbst

Im kalten Sommer büsste Schmid nach dem erfolgreichen Saisonstart 30 Prozent an Besuchern ein. Daraufhin kündigte er vor zwei Monaten an, seinen Seilpark nur noch an Sonn- und Feiertagen zu öffnen. «Die sonnigen Herbsttage erlaubten den Besuchern jedoch, bis zum Saisonende an allen Wochentagen zu kommen», berichtet der Leiter. Dem sommerlichen Herbst verdankt der Seilparkleiter somit, dass die Bilanz in diesem Jahr weit goldiger aussieht als in den zwei Jahren zuvor. Nach dem Besuchereinbruch 2012 gingen die Gesamteintritte im letzten Jahr weiter zurück auf 19 000. Diese Saison sind es etwa 21 000, sagt Schmid nach Saisonschluss.

Mitbewerber im Kletterbusiness

Obwohl Schmid, Petrus sei Dank, den Seilpark wieder ins Plus bringen konnte, ist verglichen mit der Höchstzahl von 25 000 pro Saison, ein klares Minus festzustellen. Die klimatischen Bedingungen sind nicht die einzigen Faktoren, die bestimmen, wie viele Besucher er täglich in seinem Seilpark begrüssen darf. Der Seilpark Balmberg war bei seiner Eröffnung einer von elf weiteren in der Schweiz.

Heute werden landesweit gar 60 gezählt. Schmid weiss daher, dass er eine hohe Quantität an Besuchern nicht geschenkt bekommt. Kletterbegeisterte müssen auf den Balmberg gelockt und dazu ermuntert werden, sich für diesen zu entscheiden. Er schaut immer wieder aufs Neue, dass es nicht an attraktiven Angeboten fehlt. Allenfalls wirkt er dem tatkräftig entgegen.

«Es muss immer etwas gehen»

Dieses Jahr hat Schmid zu den bereits neun bestehenden Parcours einen weiteren errichtet. Kaum ist dieser platziert, ist das nächste Projekt in Planung. «Es soll ein Spielplatz werden», verrät Schmid. Nebst den einfachen Parcours für Kinder ab vier Jahren macht ein Spielplatz den Seilpark für Kleinkinder, die noch etwas Respekt vor den Bäumen haben oder unter vier Jahren sind, auch attraktiv.

Dieses Projekt ist allerdings erst in Planung und muss vor der Errichtung vom Kanton bewilligt werden. Wie in den meisten Branchen gilt: Neues zieht Besucher an. Für Schmid ist daher klar: «Im Seilparkbusiness muss immer etwas gehen.» Schliesslich will er so viele Besucher wie möglich begrüssen und diese nicht an andere Seilparks verlieren.