CEO Beat Sägesser freut sich über den anhaltenden Erfolg der Daylong-Linie, die inzwischen laufend weiterentwickelt wird. Sie hat die 1948 gegründete Firma zur Marktleaderin in der Schweiz beim Apotheken-Sonnenschutzmarkt gemacht. Nummer 1 sind die Produkte auch in Tschechien und der Slowakei, in Österreich liegen sie auf dem 2. und in Deutschland auf dem 3. Rang.

Amerikanisches Verfahren

Anfang der 1990er-Jahre stiess der damalige Spirig-CEO Christian Pflugshaupt auf ein amerikanisches Verfahren, welches die Wasserfestigkeit von Sonnencremen massiv erhöht. Als Biochemiker und studierter Betriebswirt erkannte er das Potenzial, brachte die Technologie in die Schweiz und entwickelte daraus Daylong. Mit Sonnenschutzfaktor 16 war es damals revolutionär. Das bedeutet, dass man 16-mal länger in der Sonne liegen kann als ohne Schutzfaktor.

«Technisch» funktioniert das vereinfacht gesagt so, dass die Inhaltsstoffe UVB- und UVA-Strahlen absorbieren und in Form von Wärme und Fluoreszenzstrahlung in die Umgebung abgeben.

«Ein wichtiger Erfolgsfaktor der Daylong-Produkte ist neben dem sicheren Schutz auch das gute Hautgefühl», erklärt Alexandra von Paleske-Singer, International Brand Manager von Daylong bei Spirig. Die Lotion zieht schnell ein, hinterlässt keine Rückstände und ist wasserresistent.

Umdenken der Bevölkerung

Profitiert hat Spirig auch von einem Umdenken der Bevölkerung hinsichtlich Sonnenschutz. Das Schönheitsideal der 70er- und 80er-Jahre wurde revidiert. Tiefbrauner Teint gilt nicht mehr unbedingt als erstrebenswert, sind doch die Risiken des Sonnenbadens inzwischen hinlänglich bekannt. Viele Menschen, die sich in jener Zeit allzu sorglos in der Sonne tummelten, bezahlen heute einen Preis dafür. «Die Haut vergisst nie», sagt von Paleske.

Hautkrebs ist inzwischen die häufigste Krebsart. Hier setzt Spirig auch mit neuen, medizinischen Produktelinien ein. «In der Behandlung des weissen Hautkrebses ist Spirig in der einzigartigen Position, ein klinisch getestetes Produkt zur Prävention (Daylong actinica) in Kombination mit einem Produkt zur Behandlung der aktinischen Keratose (Alacare) anzubieten», erklärt CEO Beat Sägesser, der die Firma seit Anfang Juli dieses Jahres leitet. Nach dem Verkauf der Generika-Sparte im letzten Jahr will sich der Hersteller noch vermehrt auf das dermatologische Segment ausrichten und die Marktführerschaft in diesem Bereich ausbauen.

Ein weiteres bekanntes Produkt aus Egerkingen ist nämlich die Excipial-Linie. Ursprünglich entwickelt als dermatologisches Grundlagenprodukt für Apotheken, löste Excipial mit vielen weiteren Produkten für sogenannte Barrierefunktionsstörungen der Haut ebenfalls einen Spirig- Siegeszug aus. Schweizweit beträgt der Marktanteil fast 50 Prozent.

Eurokurs nagt am Geschäft

Zusammen mit den Daylong-Produkten stellen sie die Hauptumsatz-Träger der Spirig Pharma AG dar. Der Umsatz betrug im Jahr 2011 167 Mio. Fr. und sank damit zum 2. Mal in Folge. «Die Euro-Schwäche ist ein wichtiger Grund dafür», begründet Sägesser. Auch dieses Jahr wird der Umsatz nicht wachsen, gehen doch mit der Generika-Sparte (Spirig Healthcare AG) Umsätze von rund 43 Mio. Fr. an die deutsche Stada Arzneimittel über. 56 verschreibungspflichtige und 15 rezeptfreie Präparate sind davon betroffen. Sie werden aber unter dem Namen Spirig HealthCare weitervertrieben.

Der neue Spirig-CEO Beat Sägesser in der Verpackungsabteilung.

Der neue Spirig-CEO Beat Sägesser in der Verpackungsabteilung.

Mit dieser Devestition ist laut Sägesser eine Restrukturierung des verbleibenden Dermatologie-Geschäfts der Spirig Pharma AG nötig, weshalb im Juli 15 Entlassungen ausgesprochen werden mussten. Die Abstossung des Generikageschäftes wurde nötig, da die Lancierung von neuen Generika (Nachahmer-Präparate) immer aufwendiger wird und der intensive Wettbewerb für eingeschränkte Verdienstmöglichkeiten sorge. «Die Entlassungen waren schmerzhaft, aber notwendig, da wir uns auf Bereiche fokussieren müssen, in denen wir unsere Stärke ausspielen können», sagt Sägesser.

Facelifting für Daylong

Was das «Leuchtturm-Produkt» betrifft, heisst das kontinuierliche Weiterentwicklung. Inzwischen hat das «stärkste» Daylong-Produkt den Schutzfaktor 50+, was nach gängiger EU-Norm die höchste Klasse ist. Es existieren drei Sonnenschutzfaktorstärken und unterschiedliche Applikationsformen (z. B. Stick) oder auch ein Daylong mit Dosierdispenser speziell für Kinder. Am Vertrieb über den Fachhandel (ausschliesslich Drogerien und Apotheken) soll auch inskünftig festgehalten werden. «Eine kompetente Beratung für die richtige Anwendung je nach Hauttyp ist uns wichtig», erklärt von Paleske. So komme beispielsweise auch das Kinder-Daylong mit einer Dosierungsanleitung und ausführlichen Anwendungstipps für die Eltern.

Zum Jubiläum nächstes Jahr gibts übrigens ein neues Daylong, kündigt CEO Sägesser an, um sogleich anzufügen: «Natürlich bleibt Daylong gleich, aber die Verpackung erhält ein Facelifting.»