Museum für Musikautomaten

Sonderausstellung zu Ehren von Gründer Heinrich Weiss zeigt Erinnerungen an einen Macher

Eine Erinnerung an 2004: (v.l.) Alt-Bundesrat Otto Stich, Heinrich Weiss und Christoph Hänggi.

Eine Erinnerung an 2004: (v.l.) Alt-Bundesrat Otto Stich, Heinrich Weiss und Christoph Hänggi.

Das Museum für Musikautomaten in Seewen widmet seinem Gründer Heinrich Weiss eine Sonderausstellung.

Fotos und Lieblingsobjekte des Museumsgründers Heinrich Weiss sind ab dem 23. Juni in «seinem» Haus, dem Museum für Musikautomaten in Seewen, zu sehen. Weiss, der geniale Tüftler und Sammler, wäre am 22. Juni 100 Jahre alt geworden. Leider kann er diese Ausstellung – die zu seinem 100. Geburtstag länger schon geplant war – nicht mehr miterleben, denn er starb Anfang Januar dieses Jahres.

Der Direktor des Musikautomatenmuseums, Christoph Hänggi, zeigt den Besuchern Stationen aus Heinrich Weiss’ Leben anhand von vielen Fotos und zwölf seiner Lieblingsins­trumente auf, die über das ganze Museum verteilt zu entdecken sind. Auf acht Stellwänden kann den Lebensstationen von Weiss in Schrift und Bild nachgegangen werden.

Episoden aus Heinrich Weiss’ Leben

«Wann immer er in seinem Leben etwas anpackte, geschah dies mit viel Energie, Fleiss und Leidenschaft», schreibt Hänggi. Am 22. Juni 1920 in Albisrieden bei Zürich geboren, wurde er zunächst Mechaniker. Am Abendtechnikum und an der ETH Zürich liess er sich weiter ausbilden. Im Jahr 1950 übernahm er dann aber den fast maroden Druckereibetrieb seiner Schwiegereltern in Basel und war damit erfolgreich in einem ganz anderen Metier. Er konnte nämlich Druckaufträge für die Verpackungen der Chemieindustrie übernehmen. Dies besonders erfolgreich, weil er unter anderem eine Frühform des Strichcodes zur besseren Erkennung all dieser Verpackungen entwickelte.

Parallel wuchs die Sammelleidenschaft von Weiss. Zunächst sammelte er Uhren, um sich später den Musikdosen und mechanischen Musikinstrumenten zu widmen. Schon 1981 dachte Weiss über die Zukunft des Museums nach und gründete die «Dr. h.c. H. Weiss-Stauff-acher-Stiftung». 1990 gelangte das Eigentum dieser Stiftung an die Eidgenossenschaft, die das Museum seither als Museum des Bundes führt. Im März 2019 meldete das Bundesamt für Kultur der Unesco das «Uhrmacherhandwerk» als lebendige Tradition der Schweiz an und schloss dabei auch das «Kunsthandwerk der Herstellung von Musikdosen und Automaten» mit ein. Eine Tatsache, die Heinrich Weiss am Schluss seines Lebens mit grosser Genugtuung zur Kenntnis nahm.

Covid-19-bedingt findet keine Vernissage statt. Bis 1. Nov.

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