Das charakteristische rote Ziegelsteingebäude mit dem typischen Industrie-Scheddach fällt von weither auf – und sieht noch leer aus. Doch bald soll an der Industriestrasse in Zuchwil wieder Leben einkehren. Dies jedenfalls plant der Solothurner Unternehmer Daniel Sauser.

Das historisch anmutende Gebäude ist Teil des riesigen ehemaligen Ostareals der Scintilla. Im Dezember 2012 kaufte die Sauser Immobilien AG das Areal mit mehreren Gebäuden von rund 24 000 Quadratmetern der Bosch-Tochter ab, die das Gelände nicht mehr benötigte.

Die hellblauen Hallen, in denen früher ein Teil der Montage und Fertigung der Scintilla untergebracht war, sei bereits mehr oder weniger vermietet. Grösste Mieterin ist die Industriezulieferin Bamotec AG, die sich im Besitz der Familie Sauser befindet.

«Alle Gebäude waren in einem miserablen Zustand, aber die Bausubstanz war gut», blickt Sauser zurück. Inzwischen seien die Gebäude saniert und modernisiert worden. Alles in allem habe die Sauser Immobilien AG – über den Kaufpreis des Areals hinaus – 4,5 bis 5 Millionen Franken investiert.

Hell und luftig und ohne störende Stützpfeiler präsentiert sich die Halle mit einer Fläche von 1200 Quadratmeter im Ziegelsteingebäude. Die Suche nach Mietern laufe nun an. Dabei stünden Produktionsbetriebe nicht im Vordergrund, allenfalls Kleingewerbe.

Sauser will sich auf Firmen mit technischer Kompetenz, Architekturbüros, Anwaltskanzleien, Ausstellungsmacher oder andere Dienstleister konzentrieren. Bei ihm läuft das unter der Vision «Kopf und Hand».

Ein erster Mieter ist eingezogen, der sehr gut in das geplante campusartige Geschäftscenter passe. Es ist die Ostschweizer Units AG, die ihren Standort im Mittelland nach einer «Testphase» in Biberist nun definitiv in Zuchwil ansiedle.

Sie ist auf industrielle Messtechnik spezialisiert und überprüft mit Computertomografen und weiteren mondersten Anlagen Teile für Kunden, wie Dejan Stjepic, Leiter des Messlabors, erklärt.

Bis Mitte 2015 will Sauser die ganze, beliebig unterteilbare Halle vermietet haben. Die Lage sei optimal, weil das Areal mit öffentlichem Verkehr und dem nahen Autobahnanschluss «sehr gut erschlossen ist».

Zudem verfüge das Gelände über mehrere Hundert Parkplätze. Ist dieser Zeitraum angesichts der vielen leeren Industriebrachen in der Region überhaupt realistisch? Sauser sagt ja. «Wir können die Räume – weil nur ein Ansprechpartner – unkompliziert, ab sofort und individuell auf die Bedürfnisse der potenziellen Mieter zugeschnitten, vermieten.» Letztlich sollen auf dem ganzen Areal 200 bis 300 Arbeitsplätze angesiedelt sein.

Er sei sich der Risiken einer Investition in dieser Grössenordnung durchaus bewusst. «Für mich ist in Backsteine investiertes Geld gut angelegt», meint der Unternehmer lachend. Er suche schweizweit nach Mietern und setze dazu sein ganzes Netzwerk ein. «Es genügt nicht, ein wenig Werbung zu machen und schöne Broschüren zu verteilen.»