NäijereHuus
Solothurner Künstler Franco Müller hat sich des Baulands angenommen

Im NäijereHuus Hersiwil stellt der Solothurner Maler Franco Müller seine neuen Arbeiten unter dem Titel «bauland» aus. Landschaften sind die Motive der 149 Exponate. Müller überrascht mit einer spezifischen Sicht und ungewohnten Formaten.

Hans R. Fröhlich
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Franco Müller kanns auch kleinformatig.

Franco Müller kanns auch kleinformatig.

Franco Müller ist seit Beginn seiner malerischen Karriere mit immens grossen, annäherungsweise als Industrielandschaften bezeichneten Arbeiten bekannt geworden. Es ging ihm nie um fotografische Wiedergabe, obgleich die Fotografie in seinem Schaffen im Sinne des Erinnerns und Festhaltens von Gesehenem eine Rolle spielt. Trotz der Monumentalität seiner Bilder finden sich stets auch grafische Feinheiten, welche zu perspektivischen Wirkungen beitragen.

Spannungsfeld zwischen Notwendigkeit und Beliebigkeit

Die Malerei von Franco Müller spielt sich im Spannungsfeld von Notwendigkeit und Beliebigkeit ab. Notwendig in der Landschaft sind vom Horizont getrennt Himmel und Erde. Sie spiegeln das träumerisch Intuitive und das rational Materielle in der Typologie des Menschen. Die Bilder entstanden spontan, ohne thematische Absicht und in manischer Geschwindigkeit.

Sehr schnell werden als Ausdruck der Beliebigkeit Formelemente verwendet und in einen landschaftlich architektonischen Zusammenhang gebracht, der laufend verändert werden kann, wobei die Wirkung über der Funktion der Teile steht. Stets die Tiefenwirkung im Auge behaltend und auf einen Horizont ausgerichtet entstehen auf diese Weise die faszinierenden Mischformen von realen und surrealen Landschaften.

«Bist du schon fertig?»

Seine Acrylmalerei auf Leinwand, Papier und Holz trocknet schnell. Bald stellt sich die Frage: «Bist du schon fertig?» Gegebenenfalls gehe es dann am nächsten Tag weiter. Zu den verschiedenen Techniken gehört vorwiegend bei den Kleinstformaten auch die Verwendung von Schablonen für architektonische Bildelemente. Oft werden auch bestehende Arbeiten in neuer Sicht übermalt.

Zum Titel der Ausstellung meint Franco: «Ich verorte die Bilder, stelle sie auf die gleiche Ebene wie wirkliches Bauland. Der Anspruch, den man Bauland gegenüber hat, den Umgang mit ihm, die Selbstverständlichkeiten, die man annimmt, gilt genauso in der Kunstbetrachtung.»

Offen für Neues

In seiner Einführung erläuterte Martin Rohde: «Der Künstler möchte nicht an dem illustrativen Punkt eines Bildes stehen bleiben, an dem jemand glaubt, er habe den Ort gesehen und ihn korrekt wiedergegeben. Er möchte darüber hinausgehen und eine Dimension oder besser mehrere hinzufügen.» In diesem Sinne sehe er Bauland nicht negativ, als verloren gegangene Brache, sondern offen für Neues. Hier kann Raum neu gestaltet und damit neu erschaffen werden.

NäijereHuus, Hersiwil, bis 10. Juni, «bauland», Franco Müller, Öffnungszeiten: Sa/So 14–17, Mi 15–18 und Fr 18–20 Uhr.

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