Ein Tor Rückstand, dann acht Minuten ohne Gegentor und die Partie war gedreht. Topmotiviert kamen die Solothurner nach einer durchzogenen ersten Hälfte nach dem Seitenwechsel auf den Platz. Aus dem 13:14-Rückstand wurde so eine 16:14-Führung und der TVS hatte sogar die Möglichkeit, den Vorsprung noch zu vergrössern und davon zu ziehen. Doch es war just in dieser 39. Minute, als bei den Gästen der Faden riss. Im Angriff bekundeten die Aarestädter zwar schon seit Mitte der ersten Hälfte Mühe, doch nun folgte auch noch die Verteidigung, die bis dahin den Laden zusammenhielt. Nachdem die Solothurner in den acht ersten Minuten der zweiten Halbzeit keinen Gegentreffer kassierten, liessen sie in den folgenden 22. Minuten gleich deren 15 zu. So gewinnt man keinen Blumentopf und am Ende feierten die Schaffhauser einen klaren 29:22-Sieg.

Kadetten mit starkem Kreisspiel

Der Start ins Spiel gelang den Ambassadoren nach Wunsch. Sie konnten anspielen und waren von Beginn weg am Drücker. Nach der schnellen Führung durch Flügelspieler Oliver Zimmermann waren es jeweils die Gäste aus Solothurn, die vorlegten. Manchmal mit einem Tor Vorsprung, teilweise sogar mit zwei. Doch der TVS schaffte es trotz mehrfacher Gelegenheit nie, weiter davonzuziehen. Genau bei den wichtigen Gelegenheiten versagten der Truppe von Trainer Marco Kurth die Nerven. So avancierte vor allem der Keeper der Gastgeber, Noah Huber, zum Hauptakteur.

Und wer die Tore nicht schiesst, der bekommt sie, so die alte Sportweisheit. Vor dieser Tatsache ist auch der TVS nicht gefeit. 18. gespielte Minuten zeigte die Anzeigetafel, als zum ersten Mal die Jungkadetten die Führung übernahmen. Auffällig in dieser Phase: vor allem über den Kreisläufer schien den Schaffhausern alles zu gelingen. Die Solothurner Defensive fand kein Mittel, die Mittelachse des Gegners zu neutralisieren und diese dankte es mit über der Hälfte der Treffer in der ersten Halbzeit. Dennoch konnte sich der TV Solothurn mit etwas Glück und einem Kullerball ins leere Tor wenige Sekunden vor der Sirene mit nur einem Tor Rückstand in die Pause retten.

Lichtblicke trotz Niederlage

Es ist nicht das erste Mal, dass der TV Solothurn gleich mehrmals im Spiel das Momentum auf seine Seite holt, nur um es dann kurz darauf wieder herzuschenken. So auch gegen die Kadetten Espoirs. Bis Mitte der zweiten Halbzeit vermochten die Gäste noch einigermassen mit den enorm schnellen Kadetten mitzuhalten. Danach war jedoch kein Land mehr in Sicht. Ohne Rücksicht auf die mehr und mehr ratlosen Solothurner zogen die Schaffhauser ihr Spiel durch und erhöhten ihren Vorsprung kontinuierlich. Der TVS versuchte zwar alles, fand jedoch wiederum jeweils am starken gegnerischen Hüter seinen Meister. Nach mehreren Paraden riss dieser die Arme nach oben, nur wenige Minuten später nach dem Schlusspfiff folgten ihm seine Mannschaftskameraden.

Trotz der 22:29-Niederlage hält sich Solothurn in der Tabelle weiterhin im gesicherten Mittelfeld. Dies auch geschuldet der Tatsache, dass sich die NLB fast ein wenig zur Zweiklassengesellschaft entwickelt. Neben dem noch punktlosen Yellow Winterthur haben gleich fünf Teams erst gerade zwei Punkte auf dem Konto. Auf der anderen Seite ziehen die Favoriten der Liga weiter davon. Der TVS befindet sich am Ende dieser Spitzengruppe und hat nach wie vor Anschluss an die Spitzenplätze. Um diesen zu halten müssen in den nächsten Spielen jedoch bald wieder Punkte her.

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