Alfons Vitelli
So wars zu seiner «Buebezyt» in Zuchu

Alfons Vitelli hat Geschichten aus seiner Kindheit und Jugend in Zuchwil aufgeschrieben - in Mundart. Kommenden Donnerstag liest der 77-Jährige daraus im Radio SRF 1.

Fränzi Rütti-Saner
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Alfons Vitelli (*1936) kennt nochviele Geschichten aus Zuchwil.

Alfons Vitelli (*1936) kennt nochviele Geschichten aus Zuchwil.

Frnäzi Rütti-Saner

Alfons Vitelli ist einer aus Zuchwil. Einer mit viel Herzblut für sein Dorf und dessen Bewohner. Dies, obwohl seine Familie doch nicht seit Urzeiten in Zuchwil ansässig ist. «Mein Grossvater kam im Zusammenhang mit dem Eisenbahnbau ins Wasseramt. Er stammte aus einem Dorf gleich nach Chiasso, auf der italienischen Seite», erzählt er. Doch sei dieser Grossvater rasch hier heimisch geworden. Er habe eine Thalerin geheiratet und sich erfolgreich ein Baugeschäft aufgebaut.

Und so ist es gekommen, dass der Name Vitelli mit Zuchwil verbunden ist. Vitellis leben jetzt in der vierten Generation hier und gehören nach Zuchwil, und zwar so sehr, dass Alfons Vitelli anlässlich einer Klassenzusammenkunft auf die Idee kam, Geschichten von früher aufzuschreiben und zu erzählen. In kurzer Zeit sind so 13 Geschichten aus dem alten Zuchu zusammengekommen. Sie alle hat er in Mundart aufgeschrieben. «Am besten ging das während der Ferien am toscanischen Meeresstrand, in der schönsten Umgebung», erzählt er. In den Geschichten geht es um Dorforiginale, Familienfeiern, Lehrer, Bubenstreiche und vieles mehr, was einen Buben und Jüngling damals beschäftigte.

Zuchler Kurier druckte Geschichten

Vitellis Geschichten wurden im Dorf bekannt. Einerseits werden sie im Zuchler Kurier abgedruckt, andererseits ist Vitelli hin und wieder bei Lesungen anzutreffen, was er sehr gerne tut. Und nun sind die «Zuchler Gschichte» am kommenden Donnerstag im Radio, auf dem Programm von SRF 1 in der Sendung «Schnabelweid» zu hören. «Das war eine ganz besondere Herausforderung, sagt der 77-Jährige. «Zunächst hat mich der zuständige Redaktor Markus Gasser zum Mittagessen eingeladen. Wohl um mir meine Nervosität etwas zu nehmen», schmunzelt Vitelli.

Dann seien sie beide zwei Stunden im Studio gewesen und hätten die Aufnahmen gemacht. Vitelli hat dabei drei Geschichten gelesen, respektive: «Ich musste sie erzählen. Das war nicht so einfach. Doch ich wurde von Gasser sehr gut betreut und beraten. Schreiben und Vorlesen sind eben nicht die gleichen Dinge. Es war kein Sonntagsspaziergang.» Auf Betonungen und Geschwindigkeit wurde da geachtet und dem Redaktor sei aufgefallen, dass diese Wasserämter Mundart doch ein ganz unverwechselbarer Dialekt sei. Das freut Alfons Vitelli, denn im Wasseramt und insbesondere in Zuchwil hat sich nicht nur das Äussere der Dörfer verändert, auch die Sprache wird immer mehr «abgeschliffen.»«Es ist schon wahnsinnig, wie sich mein Dorf in den vergangenen 60 Jahren verändert hat», sagt Alfons Vitelli dazu. Nur ein Beispiel: «Früher gab es in Zuchwil noch 13 Bauernhöfe. Heute ist es noch einer.»

Am Donnerstag, 23. Mai, liest und erzählt Alfons Vitelli im Schweizer Radio SRF 1 um 21 Uhr in der «Schnabelweid».

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