Balmbergsrtasse
Sind die Bauarbeiten auf der Balmbergstrasse schon bald fertig?

Die Bauarbeiten haben sich verzögert. Seit Ende Oktober sollten die Bauarbeiten auf der Balmbergstrasse abgeschlossen sein. Doch am Lehnenviadukt wird immer noch gewerkelt. Trotzdem will man heuer noch fertig werden.

Christoph Neuenschwander
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 Ende Oktober hätten die Bauarbeiten auf der Balmbergstrasse abgeschlossen sein sollen...
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 Doch noch laufen die Arbeiten auf Hochtouren.
Die Bauarbeiten an der Balmbergstrasse haben sich verzögert
 Sie sollen noch dieses Jahr abgeschlossen werden.
 Neben den geologischen Gründen war auch mangelnde Effizienz der beauftragten Baufirma schuld.
 Nun will man das (hoffentlich) gute Wetter der kommenden Wochen nutzen, um die Strasse wieder auf Vordermann zu bringen.

Ende Oktober hätten die Bauarbeiten auf der Balmbergstrasse abgeschlossen sein sollen...

Christoph Neuenschwander

Schuld für die Verzögerung ist der Hang daneben, der sich als geologische Wundertüte entpuppt hat. «Wir haben es hier mit einem sehr instabilen Hang zu tun», erklärt Simon Amsler, Projektleiter Kunstbauten beim kantonalen Amt für Verkehr und Tiefbau (AVT).

Weil die Strasse über das schmale Viadukt verbreitert werden sollte, begann man, die Felswand abzutragen. Nach ersten Sondierbohrungen hatte man dahinter eine relativ kompakte Gesteinsschicht erwartet. Das Gegenteil war der Fall: «Lockeres Gestein mit grossen Blöcken, die einfach rausgefallen sind», warteten auf die Bauarbeiter, die durch ihr Tun den ganzen Hang in Bewegung versetzten. «Wenn man den falschen Stein rausnimmt, dann rutscht der Hang noch bis zu 30 Meter weiter oben nach», so Amsler.

Ein weiteres Problem: Die Baufirma war nicht ganz so effizient, wie man das erwartet hatte. Sogar mit den geologisch bedingten Verzögerungen haben die Arbeiten länger gedauert als angenommen, wie Amsler durchblicken lässt. Die Frage stellte sich, ob man die Baustelle überwintern und im nächsten Jahr fortfahren will, oder ob die Balmbergstrasse noch heuer abgeschlossen werden kann – bis auf einige Arbeiten, die ohnehin erst im Frühling nächsten Jahres in Angriff genommen werden.

Der Deckbelag kommt 2013

Nun hat das AVT gemeinsam mit Ingenieur und Bauunternehmen entschieden, das hoffentlich gute Wetter der nächsten Wochen zu nutzen und abzuschliessen, was abzuschliessen geplant war. Das heisst, auf dem Viadukt wird die Betonplatte betoniert und abgedichtet, die Baumaschinen werden abgezogen und am Strassenrand stellt man zum Schutz vor Steinschlag Betonelemente auf. Denn durch den Frost, erläutert Amsler, werde es wohl noch einige Verschiebungen im Hang geben und Steine könnten sich lösen. An der Felswand arbeitet man aber nicht mehr; die ist inzwischen nicht mehr ganz so labil wie zu Beginn. «Im nächsten Frühling werden wir dann beurteilen, wo und welche Sicherungsmassnahmen nötig sind», sagt Simon Amsler. Eine eigentliche Gefahr für den Verkehr stelle der Steinschlag nicht dar.

Für April oder Mai sind zudem noch Belagsarbeiten vorgesehen. Das sei aber normal, so Amsler, dass man mit dem Deckbelag ein halbes Jahr zuwarte, bis der Untergrund gefestigt sei. Während der Arbeiten wird die Strasse wiederum nur einspurig befahrbar sein, allerdings nur für einige Wochen. Schlimmstenfalls müsse man, wenn es das Klima heuer nicht mehr zulasse, auch die Abdichtung der Betonplatten noch auf 2013 verschieben.

Unter dem Kostendach geblieben

«Kostenmässig sind wir noch im Kreditrahmen», versichert Amsler. Zwar habe man wegen des Hangs mehr Aufwendungen gehabt, weil Sicherungsarbeiten in einem Umfang nötig waren, den man nicht erwartet habe. Verkalkuliert habe man sich aber nicht. Und mit dem Verzicht auf eine Überwinterung der Baustelle könne man zusätzliche Kosten vermeiden. Amslers geologisches Fazit: «Wir wissen jetzt definitiv, dass das dort ein Rutschhang ist.»

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