Bettler
Sind Betrüger, welche sich als Behinderte ausgeben, nun auch in Biberist unterwegs?

In Schaffhausen wurden zwei Rumänen verhaftet, die mit gefälschten Zertifikaten von Hilfsorganisationen Geld eintreiben wollten. Möglicherweise waren solche Betrüger auch in Biberist unterwegs.

Nadine Schmid
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Bettler, die sich als Behinderte ausgeben, appellieren zusätzlich an das Mitleid von Passanten. (Symbolbild)

Bettler, die sich als Behinderte ausgeben, appellieren zusätzlich an das Mitleid von Passanten. (Symbolbild)

Oliver Menge

Sie gaukeln ein Gebrechen vor: Mal sind sie gehörlos, mal taubstumm und manchmal hinken sie mit ihren Beinen. Sie bitten Passanten um Spenden und weisen Zertifikate von bekannten Hilfsorganisationen vor.

Doch diese Papiere sind ziemlich plump gefälscht. Letzte Woche verhaftete die Polizei zwei Rumänen, die in der Stadt Schaffhausen mit dieser betrügerischen Masche aufgefallen waren.

Das Ganze hat System: Laut der Schaffhauser Polizei stecken dahinter ausländische Banden, die Bettler gezielt in die Schweiz bringen, um Geld zu sammeln. Meistens stammen diese aus Osteuropa.

Diese Zeitung hat einen anonymen Hinweis erhalten, dass «diese Bettler auch im Raume Biberist für ein Behindertenheim sammeln». Stefan Hug, Leiter der zentralen Dienste bei der Einwohnergemeinde Biberist, bestätigt: «Auch wir haben auf unserer Webseite einen Hinweis aus der Bevölkerung erhalten, dass solche Bettler im Dorf unterwegs sind.» Demnach sollen diese bei der LidlFiliale gesichtet worden sein.

Gemäss Thalia Schweizer, Mediensprecherin bei der Kantonspolizei Solothurn, sind bisher keine entsprechenden Meldungen eingegangen und derzeit im Raum Solothurn keine Häufung von Bettlern feststellbar, die sich als behinderte Person ausgeben: «Im letzten Jahr hatten wir lediglich vereinzelte solche Meldungen.»

Doch Trickbetrüger treten im Kanton immer wieder auf. Oft sei es laut Thalia Schweizer nicht möglich, deren Identität genauer zu bestimmen, da sie nicht gefasst würden.

Begegnet man solchen Betrügern oder macht verdächtige Beobachtungen, mahnt die Kantonspolizei zur Vorsicht und rät, den Vorfall bei ihr zu melden.