Balmberg

Sicherheit: Seilpark-Betreiber weist Kritik zurück

Nachdem die Besucherzahlen 2013 weiter zurückgegangen sind, startet der Seilpark erfolgreich in die neue Saison. Kritik an der Sicherheit des Parks weist der Betreiber zurück. Man instruiere jeden Gast detailliert wie die Ausrüstung zu bedienen sei.

Die Beine fühlen sich an, als seien sie aus Beton. Die Hände wollen das Seil nicht mehr loslassen. Schweisstropfen rinnen über den ganzen Körper. «Aber dann hatte ich den Dreh raus, und jetzt fühle ich mich richtig gut.»

Bettina aus Solothurn besucht mit ihren beiden Söhnen den Seilpark auf dem Balmberg. Sie ist zum ersten Mal da, eben hat sie einen der Einsteiger-Parcours ausprobiert. Nach einer kurzen Kaffeepause will die 39-Jährige den nächsten Parcours in Angriff nehmen und sich eine lange Strickleiter hochkämpfen.

Ist das Wetter schuld?

Alles geht, wenn man nur will – mit diesem Gefühl verlassen viele Besucher den Seilpark. «Dieses Freizeitabenteuer vergisst man nicht so schnell», sagt ein zufriedener Bele Schmid. Der Betriebsleiter wirkt entspannt, obwohl sein Funkgerät im 5-Minuten-Takt knackt. Über Schmids Kopf balancieren Kinder zwischen den Baumwipfeln.

Schulferien und mildes Wetter: Grund genug, den Seilpark in dieser Saison bereits vor dem Karfreitag zu öffnen. Eine weise Entscheidung, denn Schmid und seine Mitarbeiter haben einen Traumstart hinter sich.

«Das freut uns unheimlich», sagt er, um die Erwartungen gleich wieder zu dämpfen: «Der Erfolg unseres Betriebs steht und fällt immer mit dem Wetter.» Die beiden vergangenen Saisons sind noch nicht vergessen.

Nach dem Besuchereinbruch 2012 gingen die Zahlen auch 2013 zurück. «Viele Wochenenden fielen wegen der miesen Witterung buchstäblich ins Wasser», bilanziert Schmid. Der Regen allein ist allerdings noch kein Grund, den Seilpark zu schliessen.

Das sei erst bei Gewittern oder Windböen über 75 Stundenkilometern notwendig, sagt Schmid. Und so finden manche selbst an regnerischen Tagen den Weg in den Seilpark. Hartgesottene? Schmid winkt ab. «Die geniessen es einfach, dass sie die Parcours für sich alleine haben.»

Konkurrenz wächst rasant

Seit acht Jahren gibt es den Seilpark nun schon. Drei Ebenen hat die Anlage, an der höchsten Stelle hängt man mehr als 20 Meter über der Erde. Neun Parcours mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden verlaufen sternförmig um das auf Pfählen gebaute Starthaus.

In dieser Saison wird ein zehnter Parcours dazukommen, die Bauarbeiten stehen kurz vor dem Abschluss. Schwere Maschinen kommen gemäss Betriebsleiter Schmid nicht zum Einsatz. «Wir achten darauf, bei der Montage den Bäumen und dem Waldboden nicht zu schaden.» Höhepunkt des neuen Parcours ist eine 174 Meter lange Tyrolienne. An dieser Seilrutsche können die Besucher am Seil hängend von Baum zu Baum gleiten.

Als der Seilpark auf dem Balmberg eröffnet wurde, war er in der Schweiz der zwölfte seiner Spezies. Heute gibt es hierzulande über 60 solcher Parks – und fünfmal mehr Konkurrenz für Bele Schmid. Der Betriebsleiter weiss: «Bald könnte der Markt gesättigt sein.» Wirtschaftlich ist der Seilpark eine Erfolgsgeschichte.

Und als Arbeitgeber führt Schmid rund 30 Angestellte auf seiner Lohnliste, die meisten arbeiten Teilzeit. Nicht zu vergessen: die touristische Wertschöpfung des Parks. Allerdings gebe es da noch Luft nach oben, meint Schmid, der die Eröffnung der neuen Weissenstein-Gondelbahn mit Spannung erwartet. Ihm schweben bereits neue Kombi-Angebote vor. «Die perfekte Schulreise», wie er sagt: Eine Klasse könne beispielsweise mit der Bahn auf den Weissenstein fahren, zum Balmberg wandern und dort den Seilpark besuchen.

Schock noch nicht verdaut

Immer wieder kommt Bele Schmid auf Fragen der Sicherheit zu sprechen. Ohne Briefing dürfe kein Besucher in die Bäume steigen, betont er. Die Schlagzeilen des vergangenen Sommers sind nicht vergessen, der Schock nicht verdaut.

Im Seilpark-Test der Zeitschrift «Gesundheitstipp» landete Schmids Park mit einer Note von 1,8 auf dem letzten Platz. Instruktionen und die Aufsicht im Park seien ungenügend, schrieb das Blatt.

Damit nicht genug: Die Tester stiessen auf dem Balmberg sogar auf ein angerissenes Sicherheitsseil. Der Seilpark-Betreiber findet die Kritikpunkte weiterhin unberechtigt. «Reist ein Seil, ist immer noch ein Zweites zur Sicherung da.» Dass die Berichterstattung mitschuldig ist am Besuchereinbruch der letzten Saison, glaubt Schmid nicht. Negative Meldungen habe er keine erhalten. Im Gegenteil: «Viele Besucher konnten die Kritik nicht verstehen.»

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