Oberdorf
Sicher ist: Das «Helvetia» wird wieder aufgebaut

Genau vor einem Jahr wurde das Restaurant durch einen Brand verwüstet – Totalschaden. Der Wirt hatte damals gesagt er wolle den Restaurantbetrieb in einem Jahr wieder aufnehmen. Das wird nicht möglich sein, denn der Aufbau dauert noch.

Urs Byland
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Auch heute steht noch das Gerüst. Der Wiederaufbau ist in die Wege geleitet, aber noch dauert es.

Auch heute steht noch das Gerüst. Der Wiederaufbau ist in die Wege geleitet, aber noch dauert es.

Hanspeter Bärtschi

Noch immer hängt leichter Brandgeruch in der Nähe des Restaurants Helvetia in der Luft. Ob die Verwaltungsangestellten wenige Meter nebenan im Gemeindehaus von Oberdorf die Fenster je öffnen? Brandgeschwärzte Balken und eine riesige Wunde im Dach: Das «Helvetia» steht so da, wie es vor einem Jahr in der Nacht auf den 10. Juli zugerichtet wurde. Ein Brand führt zum Totalschaden. Wirt Gerardo Palladino hatte damals Glück im Unglück, weil er an diesem Abend der einzige Bewohner des «Helvetia» war, den Brand rechtzeitig bemerkte und flüchten konnte – im Pyjama notabene.

Inzwischen ist ein Jahr vergangen und die Träume von Palladino noch nicht Realität geworden. Einen Monat nach dem Brand sagte er gegenüber dieser Zeitung: «Wenn es die Gesundheit zulässt, werde ich den Restaurantbetrieb wieder aufnehmen und in meine Wohnung zurückkehren.» Bei der Brandruine ist heute aber einzig ein Gerüst zu sehen, und dieses steht schon lange dort, ohne dass etwas geschehen wäre.

Investor gefunden

Gerardo Palladino, der früher in Derendingen wirtete und ab 1980 in Solothurn das «Gerardo» (aktuell «Grüne Ecke») führte, arbeitet heute auf dem Kurhaus Weissenstein. «Ich bin sehr zuversichtlich, dass es mit dem Wiederaufbau des Restaurants Helvetia klappt», sagt Palladino auf Anfrage.

 Der Brand im «Helvetia» wurde am 10. Juli 2011 kurz nach 2.30 Uhr gemeldet.
12 Bilder
 Die Feuerwehren Oberdorf und Solothurn hatten 30 bis 40 Mann im Einsatz.
 Von der Drehleiter aus bekämpfte die Feuerwehr den Brand.
 Die Brandursache ist noch unklar. (Bild: Newspictures)
Brand im Dachstock des Oberdorfer Restaurants Helvetia
 Die Liegenschaft wird wahrscheinlich für längere Zeit nicht mehr bewohnbar sein.
 Für benachbarte Häuser bestand keine Gefahr. (Bild: Newspictures)
 Sechs Stunden nach Brandausbruch war die Feuerwehr immer noch vor Ort.
 Zerstörte Dachziegel auf der Strasse.
 Das traditionsreiche Restaurant ist vom Feuer gezeichnet.
 Rund um das Restaurant ist alles zerstört.
 Der Dachstock brannte völlig aus.

Der Brand im «Helvetia» wurde am 10. Juli 2011 kurz nach 2.30 Uhr gemeldet.

Newspictures

Gerade stecke er in Gesprächen mit seinen Architekten, um Einzelheiten zu klären. So sei es sicher, dass das «Helvetia» wieder so aufgebaut wird, wie es früher ausgesehen hat. Die Mauern werden nicht abgerissen, sondern werden wieder Mauern des neuen Gebäudes. Palladino hat einen Partner gefunden, der bei den Investitionen helfen will, möchte aber dazu keine genaueren Angaben machen. Auf jeden Fall werde aber das «Helvetia» wieder seine künftige Wirkungsstätte. «Ich werde wirten und kochen», so Palladino.

Hauswände sind gleich Baulinien

Gemeindepräsident Patrick Schlatter präzisiert, dass der Wiederaufbau planerisch sichergestellt worden sei. «Dort wurden historisch bedingt die Häuser so nahe aneinandergebaut, wie es heute nicht mehr möglich ist.» Die Grenzabstände könnten heute bei Neubauten niemals eingehalten werden, weshalb bei der Ortsplanung ausnahmsweise die Grundmauern einiger Gebäude gleich auch als Baulinien definiert wurden.

Palladino habe einzig die Auflage, einen Parkplatznachweis zu erbringen. «Wir werden ihm Hilfe bieten, bei der Suche nach einer Lösung», so Schlatter. Bisher habe Palladino noch kein Baugesuch eingereicht hat. Eine weitere, marginale Auflage bestehe vonseiten der Baukommission. «Aber auch hier hat der Kommissionspräsident zugesichert, dass dies kein Problem werde», so Schlatter.

Frühling oder Sommer

Einen Terminplan zum Wiederaufbau kann Gerardo Palladino nicht nennen. Er rechne damit, dass es Frühling oder Sommer wird, bis mit dem Neubau in den alten Mauern begonnen werden kann. Während die alten Mauern des Hauptgebäudes bleiben, sollen die Nebengebäude abgerissen und wieder neu aufgebaut werden. So schnell werden die Brandspuren und der Brandgeruch neben dem Oberdörfer Verwaltungsgebäude nicht verschwinden.