SHC-Sportplatz
SHC Bettlach ist auf stärkere Unterstützung der Gemeinde angewiesen

Der Bau einer neuen Anlage für den Strassenhockeyclub wird um einiges teurer als erwartet. Um das Projekt trotzdem realisieren zu können ist der Club nun auf höhere einen höheren Beitrag der Gemeinde angewiesen.

Merken
Drucken
Teilen
Der SHC Bettlach hofft auf unterstützung von der Gemeinde.

Der SHC Bettlach hofft auf unterstützung von der Gemeinde.

Lüscher

Der Gemeinderat wird am Dienstag, 21. Januar 2014 über einen Nachtragskredit für die Sportstätte des Strassenhockeyclubs beraten müssen. Denn das Bauvorhaben wird teurer als vorgesehen.

Im Jahr 2007 wurde das Projekt, für den Strassenhockeyclub eine neue Anlage zu realisieren, lanciert. Im März 2010 erteilte der Gemeinderat der Arbeitsgruppe den Auftrag für ein Detailprojekt im Neufeld Nord.

Gesamtkosten: 850 000 Franken, davon 750 000 Franken gedeckt durch die Gemeinde und 100 000 Franken durch Eigenleistungen des Strassenhockeyclubs.

Im April 2012 legte die Arbeitsgruppe ein Projekt in der Höhe von 1,2 Mio. Fr. vor, was den Gemeinderat dazu bewog, das Bauprojekt zu sistieren und eine Task-Force zur Finanzierung einzusetzen. Denn der bewilligte Gemeindebeitrag von 750 000 Franken sollte nicht überschritten werden.

Man fokussierte sich auf die Mittelbeschaffung durch den virtuellen Platzverkauf der Spielfläche, suchte Gross-Sponsoren und ersuchte um Bundesmittel und Gelder aus dem Sportfonds des Kantons. Auch die Eigenleistungen und Eigenmittel des SHC wurden eingerechnet.

Ein Detailprojekt mit Kostenvoranschlag wurde erarbeitet und an der Gemeindeversammlung vom 11. Juni 2013 genehmigte der Souverän den Verpflichtungskredit in der Höhe von 1,075 Mio. Franken.

Durch Eigenmittel und Platzverkauf steuert der SHC knapp 86 000 Fr. bei, Robert Mathys als Gross-Sponsor beteiligt sich mit 152 000 Franken, aus dem Sportfonds kommen 95 000 Fr. und für die Gemeinde Bettlach ergibt sich ein Nettoanteil von 742 000 Franken.

Da man damit unter der vom Gemeinderat festgelegten Obergrenze lag, sah man sogar vor, den Parkplatz mit einem Teerbelag zu versehen, statt lediglich einen Mergelbelag zu planen – vorausgesetzt, man könne diese Obergrenze auch damit einhalten.

Kostensteigerung beim Klubhaus

Nach dem Submissionsverfahren, das letzten September und Oktober stattfand, ergibt sich jetzt aber ein neues Bild: Das Klubhaus, insbesondere die Haustechnik (Heizung, Lüftung, Wasser) war in der Richtofferte einer Firma zuhanden der Gemeindeversammlung mit weniger als 500 000 Franken veranschlagt worden.

Im Verlauf des Submissionsverfahrens präsentierte dieselbe Firma eine Offerte von über 710 000 Franken, eine satte Kostensteigerung um 45%. Da noch weitere Offerten eingeholt wurden, kann man eine günstigere Variante in Betracht ziehen, die aber immer noch teurer als die Richtofferte zu stehen kommt.

Zwar wurden sämtliche Optionen – also auch der Teerbelag – gestrichen, die Spezialbaukommission suchte noch weitere Einsparmöglichkeiten, aber unter dem Strich wird das Projekt dennoch um 64 000 Franken teurer als vorgesehen.

Mehr Eigenleistungen

Der SHC verlängert seine Platzverkaufsaktion bis Ende 2014 und sämtlich Einnahmen bis Ende Jahr werden für den neuen Sportplatz reserviert. Der Club will so statt 86 000 Franken 110 000 Franken beisteuern, 24 000 mehr als im vom Souverän genehmigten Antrag.

Der Gemeindebeitrag erhöht sich aber trotz aller Einsparungen um 40 000 Franken und liegt mit 782 000 Franken deutlich über der festgelegten Obergrenze von 750 000 Franken.

Möglicherweise winkt der Gemeinderat das Geschäft diskussionslos – oder zumindest nur mit einer Schelte – durch, um das «leidige» Thema endlich ad acta legen zu können. Angesichts der angespannten finanziellen Situation der Gemeinde ist aber auch durchaus möglich, dass an der beschlossenen Obergrenze festgehalten und der Antrag zurückgewiesen wird. Dann müssten neue Mittel oder weitere Einsparungen gefunden werden. (om)