Gemeindepräsidentin Silvia Spycher (FDP) und ihre Ratskollegen haben allen Grund zum Strahlen: Selzach schreibt erneut schwarze Zahlen. Die Gemeinderechnung 2013 weist einen Ertragsüberschuss von 222 289 Franken aus; das Budget hatte allerdings einen Überschuss von 684 730 Franken vorgesehen.

Trotzdem: Der Gemeinderat ist mit dem Jahresabschluss zufrieden. Die Fraktionen waren sich einig, dass man finanziell weiterhin auf gesunden Beinen steht. Der Ertragsüberschuss wird in das Eigenkapital eingelegt. Dieses beläuft sich nun auf 8,7 Millionen Franken.

«Die Kennzahlen bestätigen die positive Entwicklung der letzten Jahre», erklärte Gemeindeverwalter Christoph Brotschi. So beträgt etwa der Selbstfinanzierungsgrad 91 Prozent. Das Nettovermögen pro Einwohner beläuft sich auf 3758 Franken.

Die finanziell rosigen Zeiten begannen in Selzach im Jahr 1995 - seitdem wandelte sich die Pro-Kopf-Verschuldung schnellen Schrittes in ein Pro-Kopf-Vermögen. Das letzte Wort über die Rechnung 2013 hat das Volk. An der Gemeindeversammlung vom 26. Mai ist diese das einzige Traktandum.

Attraktiv für jede Altersgruppe

Am 22. März hat sich der Gemeinderat zu einem Seminar zurückgezogen und die Ziele für die laufende Legislaturperiode bestimmt. Im Zentrum stehen fünf Ziele, die nun weiter verfeinert werden sollen.

In knappe Worte gefasst bedeutet das: Selzach will eine energiebewusste und für Menschen jeden Alters attraktive Gemeinde sein, die ihre Naherholungsgebiete erhält und aufwertet. Ausserdem will der Gemeinderat bis zum Ende der Legislatur sein räumliches Leitbild verabschieden und den visuellen Auftritt der Behörden vereinheitlichen - man denke da vor allen an die Website und an Drucksachen. Es gab aber auch strittige Punkte: So konnte sich der Rat vorerst nicht einigen, welche Kommission oder Arbeitsgruppe für das Ziel, Spielplätze zu schaffen verantwortlich sein soll.

Umstrittene Verkehrssicherheit

Die Verkehrssicherheit ist in Selzach ein Dauerbrenner. Bereits im Februar vor einem Jahr hiess der Gemeinderat den Massnahmenplan zur Verkehrssicherheit gut und erteilte der Arbeitsgruppe «Attraktive Gemeinde für alle» (Agfa) den Auftrag, konkrete Massnahmen auszugestalten.

Nun will die Agfa drei erste Massnahmen umsetzten, wie Gemeinderätin Franziska Grab (SP) erklärte: Bei der Kirchgasse soll das Trottoir verlängert, an der Bellacherstrasse ein Fahrverbot für Autos eingeführt und am Knoten Postweg/ Bahnhofstrasse die Strasse verengt werden.

Letzteres rief Gemeinderat Robin Grabherr (SVP) auf den Plan. Er hatte seine Zweifel, ob sich Fahrzeuge bei einer Strassenbreite von 5.2 Meter überhaupt noch kreuzen können. Bauverwalter Thomas Leimer verwies auf die baulichen Normen, die hier zur Anwendung kommen.

Weil daraufhin auch andere Ratsmitglieder ihre Bedenken anmeldeten, wählte man schliesslich eine pragmatische Lösung: Am Knoten Postweg/Bahnhofstrasse wird vorerst ein Testbetrieb eingerichtet. Die Strasse wird mit mobilen Betonelementen verengt, bevor der Gemeinderat das weitere Vorgehen bestimmt.