Investition
Selzach erweitert Klubhaus und Sportplatzareal für 1,7 Millionen Franken

Der FC Selzach darf sich freuen: Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, die Erweiterung des Fussball-Klubhauses und des Sportplatzareals «Unterer Leim» mit 1,7 Millionen Franken zu unterstützen.

Sven Altermatt
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Das Fussball-Klubhaus in Selzach.

Das Fussball-Klubhaus in Selzach.

Hans Ulrich Mülchi

«Unser Verein entwickelt sich seit Jahren positiv», erklärte Urs Gygax als Vertreter des Fussballklubs. So sei die Zahl der Fussballjunioren seit 2000 von 70 auf 100 Jugendliche gestiegen. «An manchen Tagen spielen bis zu 90 Fussballer auf den Plätzen», verdeutlichte Gygax die Situation. Die Infrastruktur jedoch stosse längst an ihre Grenzen, eine Erweiterung sei hinfällig. Die Pläne dafür sind ziemlich üppig: Im vergrösserten Keller sollen unter anderem zwei neue, geräumige Garderoben und Schiedsrichterkabinen entstehen.

Der Gastraum soll ausgebaut und mit neuer Küche und einem Vorratsraum ausgestattet werden. Rasenmäher und Linienfarbe finden künftig im neuen Materiallager platz, während Feste auf dem gedeckten Vorplatz gefeiert werden können. Und auch die Fussballer haben Grund zur Freude, dürften sie doch bald auf einem neuen Rasen kicken. Der Grundtenor im Rat war klar: «Wir sollten die tolle Arbeit des Vereins unterstützen», sagte Hans Peter Hadorn (CVP) wohl stellvertretend für die meisten Mitgliedern.

Gemeinde als Besitzerin

Doch zuerst musste ein formelle Frage geklärt werden: Während feststand, dass Gemeinderat Peter Däster (FDP) als Präsident des FC Selzach bei den Detailberatungen in den Ausstand treten muss, war selbiges bei Andreas Altermatt (CVP) - er outete sich als Passivmitglied des Fussballklubs - umstritten.

«Gemäss dem Amt für Gemeinden könnte eine potenzielle Einflussnahme bestehen», erklärte Gemeindepräsidentin Silvia Spycher (FDP). Obwohl der Rat sich einig war, dass ein Ausstand Altermatts «kleinlich und unnötig» sei, zog sich dieser zurück. Er wolle das wichtige Geschäft nicht gefährden, betonte er.

Turbulent ging es weiter. Dass die Gemeinde Eigentümerin des Sportplatzes ist, war allen klar. Anders beim Klubhaus: Urs Gygax und der Gemeinderat gingen davon aus, dass sich dieses im Besitz des Fussballklubs befindet. Umso überraschter die Blicke, als Bauverwalter Thomas Leimer bekanntgab: «Der FC hat das Haus zwar gebaut, baurechtlich gehört dieses jedoch der Gemeinde.»

Damit hatte niemand gerechnet. Der Vorschlag des Fussballklubs, als Bauherr zu agieren und mit den ausführenden Betrieben zu verhandeln, rückte nun in ein anderes Licht. «Wir würden wohl gegen das Submissionsgesetz verstossen», vermutete Gemeindeverwalter Christoph Brotschi, «wenn wir den FC als Bauherrn einsetzen.» Das Submissionsgesetz regelt das öffentliche Beschaffungswesen. Anklang fand ein Vorschlag von Hans Peter Hadorn. Er regte an, dass der FC «sein» Klubhaus im Benutzungsrecht nutzen könnte.

Andere Vereine im Nachteil?

Für rote Köpfe sorgte auch die, so Thomas Studer (CVP), «ungünstige Parkplatzsituation» in der Umgebung des Sportplatzareals. Als der Rat sich in einer langen Diskussion über geeignete Parkplätze wiederfand, intervenierte Gemeindepräsidentin Spycher: «Nur die Parkplätze bei den Fussballfeldern sind teil des Geschäfts.»

Bedenken, wonach die kostspielige Unterstützung des Fussballklubs gegenüber anderen Vereinen nicht vertretbar sei, liess der Rat nicht gelten. «Das hat eine ganz andere Dimension, zumal der FC sich stark für die Jugendförderung einsetzt», meinte Christoph Scholl (FDP). Er schlug vor, dass Projekt wie vorgesehen am 2. Dezember vor die Gemeindeversammlung zu bringen, dort den Puls der Bevölkerung zu spüren und erst dann über Detailfragen zu diskutieren.

Der Rat einigte sich darauf, dass die Gemeinde - als Bauherrin - für die Erweiterung des Sportplatzareals und des Klubhauses mit 1,7 Mio. Franken aufkommt. Die Projektkosten sollen je hälftig im Budget 2014 und im Budget 2015 veranschlagt werden. Der FC Selzach muss einen Beitrag von 80 000 Franken beisteuern.