Der an der Aare gelegene Wannengraben, der westlich von Altreu, anschliessend an den Campingplatz gelegen ist, bildet mit dem Eichacker ein Auengebiet von nationaler Bedeutung und steht als kantonales Naturreservat unter Schutz. Der ehemalige Wannengraben wurde im Rahmen von Meliorationsbauten in eine 2,5 Meter tiefe Röhre verlegt.

Pro Natura Solothurn besitzt eine Parzelle südlich angrenzend an den Wannengraben. Diese ist stark von der Kanadischen Goldrute bewachsen. Die Parzelle nördlich davon ist im Besitz des Kantons Solothurn und liegt ebenfalls im Perimeter des Naturreservates. Diese ist mit dem Japanischen Staudenknöterich verunkrautet.

Lebensraum für Vögel

Pro Natura Solothurn hat nun in Koordination mit der Abteilung Natur und Landschaft ein Projekt zur Aufwertung ihres Grundstückes gestartet, bei dem auch das Problem der Neophyten angegangen wird. Da in der Umgebung nur wenige Stillgewässer vorhanden sind, soll ein Angebot an entsprechenden Lebensräumen für Insekten, Amphibien und Vögel geschaffen werden.

Der Wannengraben wird auf der Parzelle von Pro Natura Solothurn neu angelegt. Dazu lässt Pro Natura einen Totarm der Aare graben, der auf der Nordseite mit einem Steil- und auf der Südseite mit einem Flachufer ausgebildet sein soll.

Der 110 Meter lange, 10 Meter breite und 2 Meter tiefe Seitenarm der Aare besitzt einen mit der Aare korrespondierenden Wasserstand zwischen 30 und 80 Zentimeter Tiefe. Neben dem Stillgewässer werden Schilfflächen angelegt.

Vorsichtig ausgraben

«Wir sind interessiert, unser Landstück aufzuwerten. Der Kanton ist interessiert daran, den Knöterich auszutilgen», erklärt Ariane Hausammann, Pro Natura-Geschäftsführerin, die Zusammenarbeit. Der Knöterich soll ausgegraben und das verseuchte Erdreich entsorgt werden. Mit dem Aushub für den neuen Wannengraben wird anschliessend das Kantonsland zugedeckt, beschreibt Ariane Hausammann das Vorgehen, das aber nicht so einfach ist.

Der Knöterich wurzelt tief und auf dem Kantonsland sind Drainagen verbaut. «Wir müssen entsprechend vorsichtig graben.» Andererseits könne der entstehende Graben auf dem Kantonsland nicht einfach als Totarm der Aare genutzt werden. «Bleiben Reste des Knöterichs zurück, ist die ganze Arbeit vergebens.» Am besten sei es, das Areal mit neuer Erde zuzudecken, dort zu säen und regelmässig zu mähen.

Das Projekt wird finanziell durch den «Fonds naturemade star KW Ruppoldingen der Alpiq Hydro Aare AG» unterstützt. «Den Aushub des mit Knöterich verseuchten Erdreiches zahlt der Kanton und wir haben die Vorstudie finanziert.» Die Kosten von 120 000 Franken für den neuen Totarm werden beinahe vollständig durch die Abgaben der Stromkonsumenten in den Fonds des Stromlieferanten beglichen.