Subingen
Seit sechzig Jahren bauen Lüthys erfolgreich Zäune

Wozu braucht man heutzutage Zäune? «Wegen der Hunde», sagt Urs Lüthy mit einem Lächeln. «Die einen, um sie drinnen zu behalten. Die anderen, um sie fernzuhalten.» Er ist einer, der es wissen muss.

Christoph Neuenschwander
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Urs (links) und Erich Lüthy wissen alles über Zäune – das Familienunternehmen ist seit 60 Jahren erfolgreich.

Urs (links) und Erich Lüthy wissen alles über Zäune – das Familienunternehmen ist seit 60 Jahren erfolgreich.

Hansjörg Sahli

Seit 1983 führt Urs gemeinsam mit seinem Bruder Erich das Subinger Zaungeschäft , das vor 60 Jahren vom Vater Hugo Lüthy gegründet wurde.

Einiges hat sich verändert seither. Der Holzzaun wurde vom Kunststoffzaun abgelöst. Mit der zunehmend dichteren Bauweise stieg der Bedarf an Sichtschutz. Und die Sicherheit ist, gerade auf Industriearealen, heute ein viel wichtigeres Thema als noch vor drei Jahrzehnten. Nur die Nachfrage nach dem guten alten Maschendrahtzaun ist seit eh und je ungebrochen und stabil, wie die beiden Brüder erzählen.

Der Schwiegersohn übernimmt

Vergangenen Freitag haben sie im Golfclub Wylihof in Luterbach ihr Jubiläum gefeiert. Zusammen mit Familie, Kunden, Architekten und Gemeindevertretern. 160 Leute sind der Einladung gefolgt, um Essen, Konzerte, Komiker und Feuerwerk zu geniessen. Und um zu gratulieren.

«Es freut uns sehr, dass wir das Geschäft so lange gemeinsam führen konnten und dass es weiter bestehen wird», sagt Erich Lüthy in einer ruhigen Minute. «Das ist bei kleineren Betrieben nicht selbstverständlich.» Die Nachfolge ist geregelt. In einigen Jahren wird der Schwiegersohn Thomas Müller das Geschäft übernehmen. Hinsichtlich dieser Übernahme wurde die Kollektivgesellschaft vor drei Jahren auch in eine AG umgewandelt.

Über Wasser gehalten

Als Urs und Erich Lüthy 1971 und 73 in die Firma eintraten, waren sie «etwa zu fünft», erinnern sie sich. Inzwischen hat der Betrieb je nach Auftragslage 10 bis 15 Mitarbeiter, jetzt gerade sind es 12. Unter den beiden Brüdern wurden eine neue Schlosserei und Büroräume gebaut.

Ob sich das Hugo Lüthy 1952 ausgemalt hätte? Firmengründer Vater Lüthy, der Zäune einkaufte und montierte, später in der eigenen kleinen Zaunfabrik auch selber herstellte. Den ersten Mitarbeiter heuerte er erst acht Jahre nach der Geschäftsgründung an.

Zuvor hatte er sich mit allen möglichen Aufträgen über Wasser gehalten – auch mit solchen, die gar nichts mit Zäunen zu tun hatten. Kartoffeln spritzen, etwa. Das Geschäft besass noch nicht den überregionalen Charakter von heute. Hugo Lüthy konnte zu Beginn nicht Auto fahren und war daher hauptsächlich auf Aufträge aus dem Dorf angewiesen.

«Viel Industrie gab es damals noch nicht», erzählt Erich Lüthy. Aufgestellt wurden vor allem Holzzäune für Einfamilienhäuser. Mittlerweile halten sich Industrie und Wohnhäuser in etwa die Waage. Zudem haben Urs und Erich Lüthy an die 100 Kilometer Zaun entlang von Autobahnen errichtet. Nur beim Golfclub Wylihof, da haben sie noch keine Zäune aufgestellt, wie sie zugeben.