Oensingen
Seit Jahrzehnten wurde der Zibelimäret nie so «verhudlet»

Beim 45. Oensinger Zibelimäret mussten sich die Anbieter mit weniger Umsatz zufriedengeben. Grund war das Wetterpech. So kalt sei es seit Jahrzehnten nicht gewesen, heisst es beim OK.

Alois Winiger
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Trübe Aussichten herrschten bisweilen für Anbieter und Kunden gleichermassen.

Trübe Aussichten herrschten bisweilen für Anbieter und Kunden gleichermassen.

Hansruedi Aeschbacher

Das Wetterpech erwischte am vergangenen Wochenende alle, die am traditionellen Zibelimäret im Freien etwas feilboten, wenn auch nicht alle im gleichen Ausmass. Zum Teil blieben die Umsätze im Vergleich zu anderen Jahren bescheiden. Einige Marktfahrer stellten ihren Stand am Samstag schon gar nicht auf. «Es ist ganz bestimmt in all den Jahrzehnten nicht immer bestes Marktwetter gewesen», sagt OK-Präsident Volker Nugel. Aber dermassen «verhudlet» und kalt wie diesmal sei es seit Jahrzehnten nicht gewesen.

Am Montagabend sollte die Stimmung am besten sein

Dicke Winterjacken, Schals, Mützen und sogar Handschuhe - die Kleidung der Besucherinnen und Besucher liess eher auf Skiferien schliessen als auf den Önziger Zibelimäret. Nach dem plötzlichen Wintereinbruch am Samstag lagen die Temperaturen auch noch am Montagabend nur knapp über dem Gefrierpunkt. Wer den Zibelimäretbetrieb einigermassen kennt, weiss - oder hat sicher schon davon gehört, dass es am Montagabend am besten sein soll. Denn das sei der Abend, an dem die Einheimischen den Markt besuchen. Das traf letztes Jahr noch ganz besonders zu, weil der Dienstag ein Feiertag war. Diesmal aber hat das Wetter diesem sonst so legendären Abend einen Strich durch die Rechnung gemacht. Um zirka 20 Uhr war die Strasse verhältnismässig leer. Man hätte meinen können, die zweite Nachthälfte sei bereits angebrochen und die ersten Leute machen sich langsam auf den Heimweg. Auch an einzelnen Ständen hatte man schon Feierabend gemacht. Das kalte Wetter lud ja auch gar nicht zum Verweilen auf den Strassen ein. Trotz der klaren Vollmondnacht wollte keine richtige Stimmung aufkommen, zumindest nicht flächendeckend. Ein weiterer Grund ist möglicherweise, dass dieses Mal im «Rössli»-Saal kein Anlass angesagt war. Dieser Saal war in der Regel sehr gut gefüllt und die Stimmung schlug dementsprechend hohe Wellen. (mkm)

Dem pflichtet Hans Schnider bei, er ist Präsident des Oensinger Vogelherdclubs (VCO), der jeweils mit dem grössten Zwiebelverkaufsstand vertreten ist. «Aber man muss relativieren, denn x-mal lief es gut bis sehr gut», betont Schnider. Von den übrig gebliebenen Zwiebelzöpfen werde ein Teil beim demnächst stattfindenden Lottomatch eingesetzt, andere würden über andere Kanäle vertrieben, «aber halt zum Selbstkostenpreis».

Parallel zum Zibelimäret lädt jeweils der Oensinger Gewerbeverein zur Ausstellung ein. Schnee, Wind und Kälte hatten dort auch ihre Wirkung: «Für uns im Gewerbezelt war es gar nicht schlecht, dass das Wetter schlecht war», sagt Michel Moser, Vorstandsmitglied des Gewerbevereins. Die Leute seien gerne im geheizten Zelt geblieben und hätten sich Zeit genommen für ein Gespräch.

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