Wahlen 2015

Seit 24 Jahren war kein Schwarzbube in Bern - endet die Durststrecke?

Peter Hänggi aus Nunningen war der letzte Schwarzbube in Bern. Er sass bis 1991 im Nationalrat und wurde dann Solothurner Regierungsrat.  (Archiv)

Peter Hänggi aus Nunningen war der letzte Schwarzbube in Bern. Er sass bis 1991 im Nationalrat und wurde dann Solothurner Regierungsrat. (Archiv)

Sie machen sich an, eine Durststrecke zu beenden, die seit mittlerweile 24 Jahren besteht. So lange schon hat das Schwarzbubenland keinen Sitz mehr im Nationalrat. Dieses Jahr kandidieren 16 Personen aus den Bezirken Dorneck und Thierstein.

Damals wurde der Nunninger CVP-Politiker Peter Hänggi in die Solothurner Regierung gewählt und gab deswegen sein Amt in Bundesbern auf. Seither wartet man nördlich des Passwangs auf einen neuen Vertreter im Schweizer Parlament.

Insgesamt kandidieren bei den kommenden Wahlen 16 Personen aus den beiden Bezirken Dorneck und Thierstein. Einfach werden sie es nicht haben, wie ein Blick auf die Ausgangslage verdeutlicht. Der Kanton hat neuerdings statt sieben nur noch sechs Sitze in der grossen Kammer.

Sämtliche bisherigen Parlamentarier treten wieder an und können sich auf eine treue Stammwählerschaft verlassen. Zu einem Aderlass wird es wohl bei der SP oder der CVP kommen, die beide momentan zwei Nationalräte stellen. Dasselbe gilt für die SVP, die aber wegen ihrer Wählerstärke keinen Verlust zu befürchten hat. Ebenfalls nicht um ihren Sitz bangen muss die FDP.

Generationenwechsel bei SVP?

Von anderen Bisherigen kann man dies hingegen nicht behaupten. Innerhalb der SVP ist eine Wiederwahl von Roland Borer nicht sakrosankt. Der gebürtige Schwarzbube, der heute in Kestenholz lebt, sitzt nun seit 24 Jahren ununterbrochen im Nationalrat.

Seine erneute Kandidatur liess bei einigen Parteikollegen den Wunsch nach einem Generationenwechsel laut werden. Davon profitieren könnte wiederum der in Fehren wohnhafte Christian Imark, bei dem es sich um den aussichtsreichsten aller Kandidaten aus dem Dorneck-Thierstein handelt.

Angesichts der grossen Konkurrenz muss man sich nichts vormachen. Die Aussichten für die Kandidierenden aus dem Schwarzbubenland, künftig in Bern zu politisieren, sind gering. Falls jedoch viele Wählerinnen und Wähler im Dorneck-Thierstein an die Urne gehen, ist alles möglich.

Was SVP-Vertreter Christian Imark über seine Perspektiven sagt, gilt auch für andere Anwärter: «Wenn ich von den Schwarzbuben-Wählern sehr stark unterstützt werde, sind die Chancen intakt, erstmals nach langen 24 Jahren wieder einen Schwarzbuben-Sitz im Nationalrat zu erhalten.»

Zu dem aussichtsreichsten Schwarzbuben-Kandidierenden auf den Stammlisten zählen auch Rudolf Hafner (GLP), Susanne Koch Hauser (CVP), Simon Esslinger (SP), Christian Thalmann (FDP), Mark Winkler (FDP) und Daniel Urech (Grüne). Sie alle sitzen zudem im Kantonsrat.

Da das Schwarzbubenland ein Teil des Kantons Solothurn, aber eng mit dem Wirtschaftsraum Basel verzahnt sei, würde sich die Erschwilerin Susanne Koch Hauser als Nationalrätin für die nötigen Rahmenbedingungen Gehör verschaffen, insbesondere bei der Verkehrsanbindung und im Bildungswesen.

Ähnlich klingt es beim Dornacher Daniel Urech. Ihm liege das Schwarzbubenland zwar am Herzen, aber er kandidiere nicht nur für diese Region, sondern auch für den ganzen Kanton Solothurn und die Region Basel.

Der Breitenbacher Christian Thalmann derweil würde sich als Nationalrat für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur im Dorneck-Thierstein einsetzen. «Ansonsten verfallen wir in den Dornröschenschlaf», ist er sicher. (szr)

Meistgesehen

Artboard 1