Büsserach
Sein Meissel ist die Kettensäge

Zimmermann Felix Kündig aus Büsserach verwandelt mit der Kettensäge Holzstämme in Skulpturen. Der 32-Jährige arbeitet meist nach Fotovorlage.

Gaby Walther
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Stolz präsentiert Felix Kündig seine Holzskulpturen, die für ihn längst eine wichtige Einnahmequelle sind.

Stolz präsentiert Felix Kündig seine Holzskulpturen, die für ihn längst eine wichtige Einnahmequelle sind.

Gaby Walther

Wenn Felix Kündig mit seiner Kettensäge ans Werk geht, flink und schnell aus einem Holzstamm eine Skulptur entstehen lässt, ist das eine laute, aber gern gesehene Attraktion. Der Künstler wird für verschiedene Anlässe gebucht, um mit dem Showschnitzen die Leute zu unterhalten. Auch an der Gewerbeausstellung in Laufen (Aglat) Mitte Juni hatte er einen Stand und beeindruckte mit seinem Können Gross und Klein.

Holzbildhauer, wie Felix Kündig schon fälschlicherweise genannt wurde, ist er jedoch nicht. «Holzbildhauer ist ein Beruf, vier Jahre dauert die Lehre. Ich bin jedoch gelernter Zimmermann. Mein Hobby nennt sich Kettensägenschnitzen», erklärt Kündig. Nur ein Hobby ist das Chainsaw carving, wie es in Englisch genannt wird, für ihn aber längst nicht mehr.

In seiner Firma in Büsserach bietet er neben Holzbau, Innenausbau und Holzmöbeln auch seine Skulpturen an. Bereits 50 Prozent des Umsatzes machen die Einnahmen aus dem Kettensägenschnitzen aus. Die Skulpturen entstehen meist nach Auftrag. Das Holz stammt aus Wäldern der näheren Umgebung. Eichenholz eignet sich für Skulpturen, die im Garten aufgestellt werden, am besten, weil es am wenigsten schnell verwittert. Manchmal arbeitet Kündig auch direkt vor Ort, wenn zum Beispiel in einem Garten ein alter Baum gefällt werden muss und sich die Besitzer wünschen, dass aus dem stehen gebliebenen Stamm eine Skulptur entstehen soll.

Das Kettensägenschnitzen entdeckte Kündig im Berner Oberland. Während eines zweitägigen Kurses lernte er die Grundtechnik kennen, das Übrige brachte er sich autodidaktisch bei. Am beliebtesten seien Tiermotive, vor allem Eulen und Adler, erzählt der sympathische 32-Jährige. Gern probiert er auch Neues aus. Vermehrt Fabelwesen, Drachen zum Beispiel, zu kreieren, würde ihn reizen.

Meist arbeitet Felix Kündig nach Fotovorlage. Zuerst wird die Figur auf dem Stamm grob aufgezeichnet, anschliessend mit einer der fünf speziellen Kettensägen herausgearbeitet. Dass die Sägen einen ziemlichen Lärm machen, stört ihn nicht. Er mag das schnelle Arbeiten mit den Maschinen. Ein paar wenige Details werden mit weiteren Werkzeugen und Schleifpapier verfeinert. Um einen Adler zu schnitzen, braucht er etwa sechs Stunden.

Der nächste öffentliche Auftritt von Felix Kündig wird am 31. August in Reinach sein. Der Holzskulpturenweg, der bereits aus 46 Figuren von 22 Künstlern und Künstlerinnen besteht, wird erweitert, und Kündig darf seinen Beitrag dazu leisten.

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