«Schon als Kind stand ich immer in der Küche und ging meiner Mutter zur Hand», sagt Elias Koch, der seine Kochlehre im «Kreuz» in Obergösgen absolviert. Seine erste eigene Kreation als Knirps war eine Bouillon, angereichert mit Karotten und Kartoffeln. «Meine Eltern haben immer tapfer alles gegessen, was ich ihnen aufgetischt habe», sagt er lachend.

Es war bald klar, dass er eine Karriere in der Küche beginnen würde. Jetzt ist der 18-Jährige bereits einer von neun Finalisten am nationalen Lehrlingkochwettbewerbs «gusto 12».

Kreativität bewiesen

Der Jury des Lehrlingkochwettbewerbs musste er ein 15-seitiges Dossier mit zwei Gerichten einreichen. Gegen 60 Stunden Arbeit hat er in seiner Freizeit in dieses Projekt gesteckt. «In die Praxis umsetzen durfte ich die beiden Tellergerichte bereits viermal – während der Arbeitszeit.» Nicht ganz selbstverständlich – dauert ein Probelauf mit Vorbereiten, Kochen und «mise en place» doch gut acht Stunden.

Hat der Chef und Lehrlingsbetreuer Gody Vogt tatkräftig mitgeholfen? «Bei der Erarbeitung des Dossiers natürlich nicht. Aber bei den Probeläufen unterstützte er mich sehr mit guten Tipps und Raffinessen.»

Im Moment dauert der Kochgang noch acht Stunden. Am Finalkochen hat Elias Koch gerade mal drei Stunden Zeit. Wird das nicht etwas knapp? «Doch, sehr sogar. Jedoch fällt die Vorbereitungszeit am Finaltag weg, da der Warenkorb mitgebracht wird.» Das Jungtalent ist zuversichtlich, diese Hürde mit Bravour zu nehmen. Denn sein Ziel ist, irgendwann ein eigenes Restaurant zu führen.

Strenge Vorgaben

Gut 100 Lernende aus der ganzen Schweiz haben beim «gusto 12» ihre Vorschläge eingereicht. Die neun Finalisten stellen nun morgen Freitag in der Schulküche der Berufsfachschule BBB (BerufsBildungBaden) ihr Können unter Beweis. Beim Hauptgericht müssen zwei Schweizer Fische, heimisches Gemüse und eine Stärkebeilage aus Rheintaler Ribelmais verarbeitet werden. Bei der Süssspeise sind zwingend die Geschmacksträger Schokolade, Kaffee, einheimisches Obst und Nüsse zu berücksichtigen.

Elias Koch hat eine Kreation geschaffen, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt: Pochierte Saiblingsterrine mit Hecht-Birnen-Klössen im grünen Pfeffermantel, serviert an einer Balsamico-Weissweinsauce; Pastinakenröllchen mit Rheintaler Ribelmais und Erbsenpüree. «Den Rheintaler Ribelmais aufzutreiben, war gar nicht einfach. Zum Glück lebt eine Tante im Rheintal», sagt der Dagmerseller. Auch für die Süssspeise hat er Ausgefallenes einfallen lassen: eine dreifarbige Dessertschnitte mit Birnen-Safrangelee, weissem Kaffeemousse und Brownieboden, dazu Baumnusskrokant und ein zweifarbiges Aprikosencannelloni.

Stage in Chile als Siegerpreis

Bewertet werden von der Jury unter anderem Arbeitsweise, Wirtschaftlichkeit und Hygiene. Eine zweite Jury kostet anschliessend die Gerichte und benotet sie. Auf den Sieger oder die Siegerin, wartet ein 14-tägiger Stage in Chile beim Schweizer Küchenchef Silvio Bernasconi im Hotel de Larache. Der zweite Platz ist eine viertägige Gourmetreise nach Stockholm, und der dritte eine dreitägige Erlebnisreise von Interlaken nach Zermatt.