Oberdorf
Seilbahn-Parkplätze bleiben ein Thema

Der Gemeinderat beharrt auf einem Parkleitsystem, wenn die Seilbahn den Betrieb aufnimmt. Die Verantwortlichen der Seilbahn bezeichnen es als unverhältnismässig.

Rahel Meier
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Die Gemeinde Oberdorf beharrt darauf, dass ein Parkleitsystem eingeführt wird. Bei der Talstation der neuen Seilbahn wird mit erhöhtem Verkehrsaufkommen gerechnet.

Die Gemeinde Oberdorf beharrt darauf, dass ein Parkleitsystem eingeführt wird. Bei der Talstation der neuen Seilbahn wird mit erhöhtem Verkehrsaufkommen gerechnet.

Peter Brotschi

Die Seilbahn Weissenstein AG und die Gemeinde Oberdorf nähern sich in der Frage der Parkplätze langsam an. Gemeindepräsident Patrick Schlatter orientierte seine Gemeinderatskollegen über die Ergebnisse der Einsprachenverhandlung. Sowohl die Gemeinde, als auch Private hatten gegen das Baugesuch für die Parkplätze eingesprochen. «Grundsätzlich ist niemand gegen die Parkplätze», so Schlatter. Aber die Unterlagen der Seilbahn Weissenstein AG hätten viele Fragen offen gelassen. «Ausserdem erschien uns allen die Gestaltung sehr mager.» In der Zwischenzeit wurden offenbar alle fehlenden Unterlagen nachgereicht. «Einzig die Unterschrift für den Hubelparkplatz fehlt noch.»

In der Verhandlung wurden drei Punkte intensiv diskutiert. Das eine ist die Entwässerung. «Das Wasser darf nicht auf öffentliches Areal laufen», so Schlatter. Wenn das jetzt vorgeschlagene Konzept nicht genügend sei, dann müsse die Seilbahn nachrüsten. Bei der Gestaltung der Plätze mit Bäumen und Sträuchern habe die Seilbahn grösstenteils eingelenkt und sei nun bereit, etwas zu machen. Auch wurde die kritisierte Ein- und Ausfahrt auf den Hubelparkplatz bereits abgeändert.

Weitere Entscheide

- Der Gemeinderat Oberdorf hat zur Kenntnis genommen, dass im Herbst eine Bedürfnisabklärung in Sachen Tagesstrukturen durchgeführt werden soll;
- und sich darüber gefreut, dass die Vorarbeiten für den Bau der Solaranlage auf dem Schulhaus Mühlacker laufen. (rm)

Unverhältnismässig oder nicht?

Nicht gefunden hat man sich in der Frage des Parkleitsystems. Die Gemeinde Oberdorf beharrt nach wie vor darauf, dass ein solches eingeführt wird. Nur damit könnten die Einwohner vor dem Verkehrsaufkommen geschützt werden. «Und das sind wir den Oberdörfern schuldig.» Die Verantwortlichen der Seilbahn bezeichnen es als unverhältnismässig. Als Erstes würden nun neue Pläne gezeichnet, so Schlatter. Die Seilbahn müsse zudem ein Verkehrskonzept liefern. «Es geht dabei um den Einsatz der Verkehrskadetten.»

«Bei einer Bausumme von 20 Mio. Franken sind 100 000 Franken für ein Parkleitsystem zumutbar», fand Schlatter zudem. Er belegte dies mit einer Rechnung aus dem Winter 2005/2006. Dort musste an 13 Tagen mehr als ein Parkplatz geöffnet werden. Der Einsatz von Verkehrskadetten kostete damals 21 000 Franken. «In fünf Jahren wäre das Parkleitsystem amortisiert», so Schlatter. Vor allem auch, weil die neue Bahn ja weitaus mehr Kapazitäten habe und sicher eher noch mehr Passagiere anziehen werde. Oberdorf warte ab. «‹Ich kann mir aber vorstellen, dass wir die Einsprachen in den Teilen in denen wir uns einig werden, zurückziehen.»

Nur zum Teil akzeptiert

Im Agglomerationsprogramm 1. Generation war für Oberdorf eine Verkehrsberuhigungsmassnahme vorgesehen. Bei der Bushaltestelle Mühlebrücke sollten eine Insel und eine sichere Querung für die Fussgänger gebaut werden. Dies wollte die Gemeinde aber nicht und hat deshalb einen Gegenantrag gestellt. «Wir haben vier Massnahmen vorgeschlagen», so Gemeinderat Dieter Trächsel. Zwei dieser ›Massnahmen habe der Bund akzeptiert. «Diese werden wir ins Budget aufnehmen.» Damit wird die Sicherheit für die Fussgänger im Bereich des Kindergartens verbessert. Nicht aufgenommen wurden die Wünsche bezüglich Neuanordnung der Parkplätze beim Schwimmbad. Immerhin stellt der Bund es der Gemeinde frei, weitere Ersatzmassnahmen vorzuschlagen.