Weissenstein
Seilbahn-Betreiber: «Der Heimatschutz meidet konstruktiven Dialog»

Laut Adrian Schmid vom Schweizerischen Heimatschutz reicht es der Organisation nicht, die Bahn bis im Mai abzubauen. Das gebe zu viel zu tun. Nun wehrt sich die Seilbahn Weissenstein AG in einer Medienmitteilung und schildert ihre Sicht der Dinge.

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Die fachgerecht und rechtskonform demontierten und eingelagerten Sässeli in Reih und Glied.

Die fachgerecht und rechtskonform demontierten und eingelagerten Sässeli in Reih und Glied.

Zur Verfügung gestellt

«Das Angebot für eine Schenkung der Seilbahnbetreiber kommt zu spät»; «es müsste ein Baugesuch eingereicht werden»; «man müsste die Bauarbeiten ausschreiben», zitierte NZZ Online den Geschäftsführer des Schweizerischen Heimatschutzes Adrian Schmid am Dienstag.

Auf diese und weitere Aussagen von Adrian Schmid in einer früheren Ausgabe der NZZ reagierte die Seilbahn Weissenstein AG in einer Medienmitteilung am Dienstag und legte ihre Sicht der Dinge dar: Bereits vor Jahresfrist habe die Seilbahn Weissenstein AG den Vertretern des Schweizerischen Heimatschutzes mündlich mitgeteilt, dass über alles geredet werden könne, ausser den Erhalt der alten Bahn am jetzigen Ort.

«Dieses Angebot haben wir auch der Vizepräsidentin des Schweizerischen Heimatschutzes, Ruth Gisi, vor zwei Wochen schriftlich per Mail und mündlich unterbreitet. Darüber war Adrian Schmid orientiert, wie er an der gemeinsamen Besprechung mit Vertretern der SWAG vom 23. Februar 2012 erklärt hat», teilen die Verantwortlichen der Seilbahn Weissenstein AG mit.

Hinweis als gangbarer Weg akzeptiert

Im Artikel der NZZ vom vergangenen Samstag wird Adrian Schmid zitiert, dass «sich der Schweizerische Heimatschutz für eine Demontage und anderweitige Verwendung der Anlage engagieren könnte».

Die Seilbahn Weissenstein AG habe diesen Hinweis aufgenommen und mit dem Schenkungsangebot als gangbaren Weg akzeptiert. «Falls wirklich zu wenig Zeit zur Verfügung stehen sollte, ist ja auch ein Rückzug einer eingereichten Beschwerde denkbar, aber darum geht es offenbar nicht», schreibt die Seilbahn Weissenstein AG weiter.

«Dass es für die Demontage eine Bewilligung braucht ist richtig, und mit der Plangenehmigung des BAV (S. 180) liegt diese ja vor. Soviel zum sorgfältigen Studium des BAV-Entscheides. Warum die Demontagearbeiten ausgeschrieben werden müssen, bleibt Schmids Geheimnis. Aber falls sich der Heimatschutz und seine Trabanten nicht in der Lage sehen diese Arbeiten zu organisieren, unterstützen wir sie dabei gerne auch zum Nulltarif.»

Selbst gestellte Schoggitalerfalle

Die Ausführungen von Adrian Schmid würden den Seilbahn-Betreibern vor allem eines zeigen: «man ist mit der Materie nicht vertraut, und man nimmt es mit den Tatsachen und der Wahrheit nicht so genau.»

«Offenbar gefangen in der selbst gestellten Schoggitalerfalle, zeigt Schmids Statement, dass der Schweizerische Heimatschutz in erster Linie Fundamentalismus und Zwängerei verpflichtet ist, und konstruktiven Dialog und Lösungsorientierung mit fadenscheinigen Argumenten meidet. Oder liegt es am Ende an der Finanzsituation, die möglicherweise nicht so rosig ist wie immer behauptet?», so die Seilbahn Weissenstein AG zum Schluss der Mitteilung. (sbi)