Seewen
Der Seewner See lässt die Gemeinde nicht los – nun soll die Bevölkerung ihre Meinung äussern

Einst existierte in der Ortschaft im Schwarzbubenland ein zwei Kilometer langer See. Frühere Versuche, ihn neu zu errichten, verliefen im Sand. Die Seewnerinnen und Seewner sind aufgefordert, mitzuteilen, was sie von einer Wiederbelebung halten.

Bea Asper und Dimitri Hofer
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Der viele Regen liess im Landwirtschaftsgebiet von Seewen einen See entstehen.

Der viele Regen liess im Landwirtschaftsgebiet von Seewen einen See entstehen.

Bea Asper

Die Regenfälle der vorletzten Woche sorgten im Landwirtschaftsgebiet von Seewen für Überflutungen. Die Wassermassen in der Ortschaft im Schwarzbubenland glichen einem kleinen See. Gut möglich, dass bei dessen Betrachtung der eine oder die andere an die immer wieder auftauchenden Diskussionen in der Gemeinde dachte.

Die Mücken verdarben den Seewnern die Freude am See

Seit Jahren gibt es regelmässige Bestrebungen, den ehemaligen Seewner See wiederzubeleben. Das Gewässer, das der Gemeinde ihren Namen gab, war durch einen Bergsturz entstanden. Im 16. Jahrhundert liessen die Einwohner das Wasser des zwei Kilometer langen Sees abfliessen. Die Bevölkerung war nicht mehr bereit, die Mückenplagen im Sommer hinzunehmen. Völlig trockengelegt wurde der See nicht, weshalb ein Sumpf entstand. Erst von 1919 bis 1923 führte eine Drainage dazu, das Land als Kulturland nutzen zu können.

Im Jahr 2003 sprachen sich 67 Prozent der Seewnerinnen und Seewner dafür aus, den See neu zu errichten. Eine Machbarkeitsstudie ergab, dass das Auffüllen des früheren Seegebiets in zwei Monaten möglich wäre. Anschliessend wurde es jedoch erstaunlich ruhig um den See. Im Rahmen der aktuellen Erstellung eines Räumlichen Leitbilds kommt der Seewner See wieder aufs Tapet. Die Bevölkerung ist aufgefordert, einen Fragebogen auszufüllen, in dem es auch um den See geht. «Können sie sich einen echten See im Gebiet See vorstellen?», fragt die Arbeitsgruppe Räumliches Leitbild. Deren Mitglied Volker Meier sagt:

«Die Planung eines Sees ist kein alltägliches Geschäft. Es bedarf umfangreicher Abklärungen und Untersuchungen im Vorfeld.»

Landwirtschaftliche Flächen müssten aufgegeben sowie Strassen und Wege verlegt werden. Nur wenn alle Betroffenen und Beteiligten an einem Strang ziehen würden, liesse sich eine entsprechende Idee vermutlich realisieren.

Eine weitere Frage des Fragebogens betrifft einen künstlichen See, der hingegen heute in Seewen existiert. Die Arbeitsgruppe will von der Bevölkerung wissen, ob der Baslerweiher, der 1870 von der Stadt Basel zur Sicherung der Trinkwasserquellen geschaffen wurde, ausgedehnter als Erholungsraum genutzt werden soll. Entscheiden wird letztlich über den Baslerweiher und über einen allfälligen neuen See der Kanton Solothurn, der Eigentümer der Gebiete ist.

Im August will man die Fragebogen auswerten

Der abtretende SP-Gemeindepräsident und Bauer, Simon Esslinger, äusserte sich in der Vergangenheit kritisch zum Seewner See. Sein Nachfolger, Roger Weber Junior (FDP), dessen Amtszeit im November beginnt, möchte sich auf Anfrage noch nicht zum Thema äussern.

Die Arbeitsgruppe will im August mit der Auswertung der Fragebogen beginnen. Es wird spannend zu beobachten sein, ob sich wieder 67 Prozent der Bevölkerung für den Seewner See entscheiden werden.

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