Beim Gemeinschaftsgrab in Lohn-Ammannsegg soll ein «Seelenblatt» angebracht werden – zur Erinnerung an den einst prominentesten Dorfbewohner und dessen Ehefrau Heidi.

Auf den metallenen «Seelenblättern», die an einer Mauer angebracht sind, werden jeweils die Namen und Lebensdaten der Bestatteten eingraviert. «Wir sind mit den Angehörigen zusammengesessen und konnten uns einigen», zeigt sich Stephan Richard erleichtert. Der Gemeindeschreiber von Lohn-Ammannsegg räumt ein, dass Fehler passiert seien. Schon damals, «als man die Beisetzung von Herrn Erzers Urne im Grab seiner Frau zugelassen hat, obwohl dieses ja in absehbarer Zeit geräumt werden musste».

Noch offen ist laut Gemeindeschreiber Richard die Frage, ob die Urne des einstigen FDP-Politikers, die sich noch am alten Standort befindet, ausgegraben und ins Gemeinschaftsgrab umgebettet werden soll.

Räumung stiess auf Unverständnis

Die letzte Ruhestätte des früheren kantonalen Baudirektors (1961 bis 1981) war im August dieses Jahres im Zuge einer Grabfeldräumung entfernt worden, obwohl Erzers Urne erst im Dezember 2009 dort beigesetzt worden war – im Grab seiner bereits 1990 verstorbenen Ehefrau. Den Hinterbliebenen war seinerzeit versichert worden, dass das fragliche Gräberfeld noch länger Bestand haben werde. Als die Angehörigen am letzten Allerheiligen-Feiertag das Grab besuchen wollten, folgte der Schock: Das ganze Gräberfeld war weg – anstelle der Gräber grünte längst wieder Rasen.

Das von dieser Zeitung publik gemachte Tun der Gemeinde stiess weitherum auf Unverständnis. Zumal knappe drei Jahre nicht nur für einen ehemaligen Regierungsrat eine doch äusserst kurz bemessene Zeit des Totenfriedens sind. Die Behörden hatten sich zunächst auf den Standpunkt gestellt, dass alles rechtens abgelaufen sei: Die Gräberfeldräumung sei per Inserat im Anzeiger und mit Plakaten auf dem Friedhof reglementkonform angekündigt worden. Von den Erzer-Hinterbliebenen habe niemand Vorbehalte gemeldet.