Burgäschisee
«Seeblick» in Burgäschi öffnete unter neuer Pächterin

Der Kanton hat seine einzige Seebeiz wieder. Der «Seeblick» in Burgäschi feierte am 1. August Wiedereröffnung unter der Leitung der Walliserin Evi Schweizer.

Urs Byland
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Wirtin Evi Schweizer (links) und Mitarbeiterin Sandra Frei.

Wirtin Evi Schweizer (links) und Mitarbeiterin Sandra Frei.

Urs Byland

Evi Schweizer, die in Hettiswil bei Hindelbank das «Kreuz» führt, ist nun auch Wirtin im «Seeblick» am Burgäschisee. Vor drei Tagen hatte sie den Vertrag unterschrieben, also einen Tag bevor der «Seeblick» wiedereröffnet wurde.

Aber von Improvisation ist nichts zu spüren. Das Gebäude wurde saniert. Goldene Lettern verkünden «Seeblick / Restaurant Seeterrasse Lounge Strandbad». Eine Tafel verkündet «Ibiza... St. Tropez... Burgäschisee...». Und wirklich, alles ist vorhanden und ergänzt sich bestens. Einzig im schön renovierten Speisesaal fehlen noch einige Lampen. Doch das kümmert momentan niemanden, denn die Gastronomie wird aktuell draussen zelebriert, in der Lounge und auf der Seeterrasse, wo die neusten Trends der Bademode verfolgt werden können. Und regnet es einmal, steht die passend möblierte Gaststube bereit.

«Einer der schönsten Orte»

So überraschend, wie die kurzfristige Vertragsunterzeichnung glauben macht, ist das Engagement von Evi Schweizer aus Naters nicht. Vor fünf, sechs Jahren entdeckte Evi Schweizer, die in renommierten Häusern wie dem Grand Hotel Park in Gstaad arbeitete und auf Freundschaften mit Gastronomen Daniel Bumann oder Irma Dütsch verweisen kann, per Zufall den «Seeblick». «Ich konsumierte etwas auf der Terrasse und habe für mich gedacht: Das ist einer der schönsten Orte.» Sie habe sich schon damals nach dem Besitzer erkundigt, der heute Hans Nützi ist. Sein Bruder Rolf führt die Strandbadbeiz.

Drei-, viermal jährlich kam nun Evi Schweizer an den Burgäschisee und genoss die Stimmung. Sie habe sich, «trotz meinem Engagement in Hettiswil», bei ihren Besuchen im Seeblick überlegt, was sie aus diesem Restaurant machen würde.» Dann inserierte der «Seeblick» in einer Gastrozeitschrift. «Gesucht wurde jemand, der beim Konzept mithilft und eventuell 2013 das Restaurant übernimmt. Man hätte mir hundert andere Beizen anbieten können, und ich hätte abgesagt, aber nicht beim Restaurant Seeblick.» Sie wurde angefragt, bereits auf den 1. August zu übernehmen. «Es ist eine turbulente Zeit. Ich rechnete nicht damit, so rasch zu übernehmen.» Deshalb wollte sie nicht vor der Eröffnung erwähnt werden, «weil ich in Hettiswil zuerst alle Vereine informieren musste».

Ganzjahresbetrieb

Evi Schweizer will den «Seeblick» nicht nur als Ausflugsrestaurant profilieren. «Ich will einen guten Draht zur Bevölkerung finden, wie im Restaurant Kreuz.» Der einfache Kunde soll sich ebenso wohl fühlen wie der anspruchsvollere Gast. Dies widerspiegelt die Karte mit Angeboten in verschiedenen Preissegmenten. Sie will Sommer wie Winter präsent sein. «In der Saison muss man einfach Gas geben und speditiv arbeiten und trotzdem will ich versuchen, speziell im Winter ein À-la-carte-Angebot zu führen.» Anstreben wolle sie eine einfache, gute Küche. Kontakt hat sie zu Solothurn Tourismus aufgenommen. «Der ‹Seeblick› soll im Kanton wahrgenommen werden.»

Die unternehmungslustige Evi Schweizer kann vielleicht bald die goldenen Lettern über der Eingangstüre ergänzen mit «Hotel». Drei Zimmer wurden bereits renoviert, vier weitere will sie im Dachgeschoss einbauen und dann Zimmer mit Frühstück anbieten. Am idyllisch gelegenen Burgäschisee sicher keine schlechte Idee.

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