Balsthal

Schweiz Tourismus vermarktet jetzt den Naturpark

Ausblick von der Ruine Neu Falkenstein: Das Thal war anlässlich des Kick-off-Meetings ins schönste Herbstlicht getaucht.

Ausblick von der Ruine Neu Falkenstein: Das Thal war anlässlich des Kick-off-Meetings ins schönste Herbstlicht getaucht.

Der Naturpark Thal hat nicht nur ein Label. Er kann auch vom Programm «enjoy switzerland» profitieren. Das bedeutet, dass Schweiz Tourismus jetzt auch den Naturpark vermarktet.

Nachdem der Naturpark Thal das Label «Regionaler Naturpark von nationaler Bedeutung» erhalten hat, folgt nun ein entscheidender Schritt auf eine grössere Bühne: Es beginnt eine enge Zusammenarbeit mit Schweiz Tourismus. Unter dessen Leitung wird zum einen das geprüft, was sich von den vorhandenen touristischen Angeboten auch von Schweiz Tourismus vermarkten lässt, anderseits werden weitere Möglichkeiten gesucht, die sich dafür eignen. Dadurch soll der Naturpark Thal ein klares Profil erhalten.

Auch für nächste Generationen

Zentral ist bei diesem Vorhaben, die Nachhaltigkeit, will heissen, dass mit den Ressourcen haushälterisch umgegangen wird. Auch die nächsten Generationen sollen am Wert der touristischen Angebote teilhaben können. Die Umsetzung dieses Vorhabens kann der Naturpark Thal allerdings nicht alleine schaffen. Die Verantwortlichen bewarben sich deshalb beim Impulsprogramm «enjoy switzerland», das in Partnerschaft mit der Schweizer Berghilfe auf die Beine gestellt worden ist (siehe Kontext). Konkret läuft das so ab, dass Fachleute von Schweiz Tourismus und Schweizer Berghilfe mit Rat und Tat zur Seite stehen, und zwar für die nächsten drei Jahre. Zudem wird ein Teil des Pensums der Marketingleiterin Naturpark Thal, Regula Grütter, bezahlt.

«Wieso fragt hier ein Tal an?»

Mit einem Kick-off-Meeting wurde diese Zusammenarbeit nun gestartet, selbstverständlich in der Thalstation, wo sich die Infothek und die Geschäftsstelle des Naturparks Thal befinden. Ernst Lanz, Präsident des Vorstandes Naturpark Thal, begrüsste am Projekt beteiligte Personen sowie Vertretungen aus touristischen Leistungsbereichen. «Wir sind sehr froh über das Engagement aus der nationalen Ebene und sind natürlich auch sehr spannt, was dabei herauskommt», sagte Lanz. Hans Weber, Geschäftsführer Region Thal, fügte hinzu, dass das Engagement erfreulicherweise grösser sei als erwartet.

Über die Anfrage um Unterstützung zuerst irritiert gewesen ist Markus Schlatter, Experte bei der Schweizer Berghilfe. «Wir unterstützen doch Bergregionen, da kommt aber eine Anfrage aus einem Tal», berichtete er. Schnell habe er dann aber gemerkt, dass da ein sehr fundiertes Dossier vorliege, das die Unterstützung verdiene. Er wie auch Florian Salis, Manager von «enjoy switzerland», zeigten sich schon allein von der Thalstation beeindruckt. Diese symbolisiere an strategisch wichtiger Stelle eine gesunde Struktur. «Das Ziel sei nun, möglichst viele Gäste ins Thal zu holen, die dann mit einem guten Gefühl nach Hause fahren und sagen, da gehen wir wieder hin», sagte Salis. Um das zu erreichen, brauche es aber nicht nur die schöne Gegend und die interessanten und reizvollen Einrichtungen, sondern genauso brauche es die Menschen, die sich darum und um die Gäste kümmern. «Was schätzt der Gast? Was kann ich für ihn tun?»

Lächeln lernen

Florian Salis betonte aber auch, dass man nicht zu schnelle Erfolge erwarten dürfe. Um sanften Tourismus aufzubauen, müsse ein Bewusstsein dafür aufgebaut werden, und das brauche Zeit. Dem pflichtete Jürgen Hofer, Geschäftsführer Kanton und Region Solothurn Tourismus, nicht nur bei, sondern forderte noch dazu auf, man müsse im Gastrobetrieb lernen, zu lächeln.

Keine Mühe mit Lächeln oder gar Lachen hatten die Kick-off-Teilnehmenden beim anschliessenden Besuch auf der Ruine Falkenstein. Denn von dort aus zeigte sich das Thal im wahrlich schönsten Abendlicht (siehe Bild oben). Und die anwesenden Thaler wären keine Thaler, hätten sie nicht doch noch etwas gefunden, das sich infrage stellen lässt: «Enjoy Thal passt nicht. Gibt es dafür keinen Ausdruck auf Deutsch?» Man einigte sich schliesslich auf «Hebet Freud am Thal».Kommentar rechts

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